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SVP-Nationalrat Lukas Reimann nutzt tödliche Kampfjet-Abstürze für Abstimmungskampf

Eine Aussage von SVP-Nationalrat Lukas Reimann zu früheren F/A-18-Abstürzen sorgt für Wirbel. Belegen lassen sich seine Behauptungen nicht.

Lucien Fluri und Raphael Rohner
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«Wenn ihr weiter den Tod von Schweizer Piloten in Kauf nehmen wollt, dann könnt ihr diese noch lange in die Luft lassen mit so uralten Flugzeugen»: Lukas Reiman am CH-Media-Abstimmungspodium in St.Gallen.

Es ist ein aussergewöhnliches Argument, mit dem SVP-Nationalrat Lukas Reimann für die neuen Kampfjets wirbt. Und es ist ein Argument, das manch einer als pietätlos erachten könnte. An einer Podiumsveranstaltung des «St. Galler Tagblatts» sagte der SVP-Mann: «Wenn wir weiterhin den Tod von Schweizer Piloten in Kauf nehmen wollen, dann könnt Ihr diese noch lange in die Luft lassen mit alten Flugzeugen.» Hat die Luftwaffe also den Tod von Piloten in Kauf genommen, da unsichere Flugzeuge in Betrieb sind?

Tatsache ist: 2016 war ein F/A 18 Pilot verstorben, als seine in Meiringen gestartete Maschine im Sustengebiet abstürzte. 2013 war eine F/A 18 im Raum Alpnachstad (OW) zerschellt. Der Pilot und sein Passagier kamen dabei ums Leben. In beiden Fällen werden menschliche Fehler als Unglücksursache angenommen. Technische Fehler wurden ausgeschlossen.

Das Verteidigungsdepartement will seine Aussagen nicht kommentieren: SVP-Nationalrat Lukas Reimann.

Das Verteidigungsdepartement will seine Aussagen nicht kommentieren: SVP-Nationalrat Lukas Reimann.

Anthony Annex/Keystone

Reimann selbst rechtfertigt seine Aussage: Es sei klar ersichtlich, dass es in letzter Zeit mehr Abstürze als früher gegeben habe.

«Vielleicht ist es ein Zusammenspiel zwischen alter Technologie und Unaufmerksamkeit der Piloten.»

Er sei als WK-Soldat in Meiringen gewesen und habe den Pilot am Morgen noch gesehen. Der Unfall habe ihn dann «emotional aufgewühlt». Er glaube nicht, dass der Pilot alleine schuld sei.

Gibt es Nachholbedarf bei der Sicherheit der Flugzeuge? Dazu will sich das Verteidigungsdepartement nicht konkret äussern. Es hält einzig vielsagend fest: «Es ist nicht am VBS, die Ausführungen eines Nationalrates zu kommentieren.»