SVP-Bundesrat: Norman Gobbi in den Startlöchern

BELLINZONA. Bei den Diskussionen um mögliche SVP-Bundesratskandidaten war aus dem Tessin bisher nicht viel zu hören. Doch jetzt kursiert der Name des 38jährigen Tessiner Regierungsrats Norman Gobbi.

Gerhard Lob
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BELLINZONA. Bei den Diskussionen um mögliche SVP-Bundesratskandidaten war aus dem Tessin bisher nicht viel zu hören. Doch jetzt kursiert der Name des 38jährigen Tessiner Regierungsrats Norman Gobbi. Der kantonale Polizei- und Justizdirektor gehört zwar der Lega an, aber die beiden Parteien haben auf nationaler Ebene das Heu auf der gleichen Bühne. Die beiden Lega-Nationalräte gehören der SVP-Fraktion an. Bei den Wahlen vom 18. Oktober ging man im Tessin eine Listenverbindung ein.

Für den heutigen Samstagnachmittag hat die SVP in Bellinzona eine Medienkonferenz einberufen. Thema: «Tessiner SVP-Kandidatur für den Bundesrat». Gobbi hat offenbar SVP-Parteipräsident Toni Brunner getroffen, beide wollen dies aber nicht kommentieren. Doch der kantonale SVP-Präsident Gabriele Pinoja bestätigte gestern abend gegenüber Radio RSI, dass Gobbi offizieller Kandidat der SVP Tessin werde. Er muss dafür noch SVP-Parteimitglied werden. Lega-Koordinator Attilio Bignasca meinte, eine solche Kandidatur sei für die Lega kein Problem. Die Lega versteht sich als Bewegung und kennt keine formale Parteimitgliedschaft. Für die SVP wäre eine Kandidatur von Gobbi eine Möglichkeit, die Vertretung der italienischen Schweiz in die Waagschale zu werfen. Das Tessin beklagt sich seit Jahren, dass der italienische Landesteil seit dem Rücktritt von Flavio Cotti 1999 nicht mehr vertreten ist.

Gobbi bezeichnet sich selbst als «gemässigt», politisiert aber klar rechts, ist ein überzeugter Anti-Europäer und hat mit der Einführung eines obligatorischen Strafregisterauszugs bei Anträgen für eine Grenzgänger- oder Aufenthaltsbewilligung einigen Staub aufgewirbelt.