Susanne Blank tritt aus dem Post-Verwaltungsrat zurück

Die Vertreterin des Personals im Aufsichtsgremium der Schweizerischen Post tritt freiwillig zurück. Sie wehrt sich vor dem Presserat gegen falsche Anschuldigungen.

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Tritt zurück: Post-Verwaltungsrätin Susanne Blank. (Bild: PD)

Tritt zurück: Post-Verwaltungsrätin Susanne Blank. (Bild: PD)

Im Postauto-Skandal ist in den vergangenen Wochen Susanne Blank in den Fokus der Kritik geraten. Laut Medienberichten habe sie schon 2013 von den Tricksereien bei Postauto erfahren. Sie habe eine entsprechende Aktiennotiz vom 21. August 2013 erhalten, wurde geschrieben.

«Keinerlei Pflichtverletzung begangen»

Nun wehrt sich Susanne Blank, seit Juni 2008 Vertreterin des Personals im Verwaltungsrat der Post, gegen diese Vorwürfe. «Ich habe im Fall des Subventionsbetrug bei Postauto keinerlei Pflichtverletzungen begangen und insbesondere die Aktennotiz vom 21. August 2013 zur Prüfung Ortsbus nie erhalten; weder per Briefpost noch per Mail», schreibt sie in einer Medienmitteilung. Sie habe von der Existenz der Aktennotiz erstmals im Februar 2018 in der Zeitung «Blick» erfahren, so Blank.

In Gesprächen mit dem Eigner habe Blank nachweisen können, dass sie die Aktennotiz nie erhalten habe. Bundesrätin Doris Leuthard äusserte anlässlich der Pressekonferenz vom 11. Juni 2018: «…., dass auf Stufe Verwaltungsrat aufgrund der aktuellen Faktenlage keine Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können.»

Mit Rücktritt Spekulationen stoppen 

Obwohl sie sich nichts zu Schulden habe kommen lassen, trete sie als Verwaltungsrätin zurück. Mit ihrem Rücktritt will sie die falschen Spekulationen stoppen und der Post einen Neuanfang erleichtern.
 
In den vergangenen Wochen habe sie keinerlei Medienauskünfte gegeben. Im «Blick online» vom 17. Juni 2018 sei sie dennoch mit einer Falschaussage zitiert worden. Der Personalverband transfair, von welchem Blank für den Post-Verwaltungsrat delegiert war, will mit diesem Fall an den Presserat gelangen. Transfair-Präsident Stefan Müller-Altermatt meint: «Es ist bedauerlich, dass der Rücktritt aus dem Verwaltungsrat Post zum Schutz ihrer Person unausweichlich wird. Es ist nahezu ein Skandal für die so gut institutionalisierte Schweiz ». Susanne Blank sei eine hervorragende Personalvertreterin gewesen, die mit Engagement und Verve die Anliegen des Personals im Verwaltungsrat der Post eingebracht habe.

Bereits vor zwei Wochen ist Adriano Vassalli, Vize-Präsident des Post-Verwaltungsrats, zurückgetreten. Sein Nachfolger soll an der Generalversammlung vom 26. Juni gewählt werden. (rom)

Post-Saläre geraten in die Kritik

Verwaltungsräte der Post erhielten vergangenes Jahr fast 100000 Franken für ein 12-Prozent-Pensum. Das sei überrissen, sagen Politiker. Auch der Bundesrat hat sich eingeschaltet.
Maja Briner