Surfer, Musiker und Geschäftsleute: Kantone machen bei Quarantäne auch Ausnahmen

Die Quarantäne für Reisende aus Risikoländern gilt nicht für alle. Kantone können Ausnahmen erteilen. Davon profitieren beispielsweise Geschäftsleute, Musiker und auch Surfer.

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Passagiere am Flughafen Zürich. Hier gilt Maskenpflicht. Und wer aus einem Risikoland zurückkommt, muss sich bei den Behörden melden.

Passagiere am Flughafen Zürich. Hier gilt Maskenpflicht. Und wer aus einem Risikoland zurückkommt, muss sich bei den Behörden melden.

Quelle: keystone

Wer aus einem Risikogebiet zurückreist, muss in Quarantäne. Diese Regel gilt allerdings nicht für alle. Die Kantone machen auch Ausnahmen. Die Südostschweiz berichtete von israelischen Surferinnen, die vom den Bündner Behörden einen solchen Bescheid erhielten. Sie durften schon während der ersten zehn Tage in der Schweiz ihre Unterkunft verlassen und trainieren.

Wie verhält es sich in den anderen Kantonen? Eine Umfrage von «SonntagsBlick» zeigt: Landauf, landab werden Dutzende von Extrawürsten gebraten. Darunter auch in den beiden Basel: Die Halbkantone befreiten Musiker von der Pflicht zur Quarantäne, damit sie an ihren Auftritt konnten. Die Auflagen fürs Konzert seien dann «streng» gewesen, also «Abstand, Maske u.s.w.», wie der Kanton Baselland mitteilt. Und: Die übrige Zeit des Aufenthalts hätten die Musiker «aber in einem Hotelzimmer verbringen müssen», so der Kanton Basel-Stadt.

Auch in der Geschäftswelt kam der eine oder andere in den Genuss einer Sonderregelung. Im Kanton Solothurn gab es insgesamt erst eine Ausnahme – für jemanden, der «in einem anderen Kanton in einer international ausgerichteten Firma arbeitet».

Besonders die steuergünstigen Kantone legten sich für ihre Geschäftsleute ins Zeug: Nidwalden befreite ein Dutzend Manager von der Pflicht, weil sie «auch in Risikoländer reisen müssen und deren Präsenz vor Ort unerlässlich ist». Zug teilt mit, in allen drei bisher bewilligten Ausnahmen hätten die Betroffenen «unaufschiebbare berufliche Verpflichtungen» gehabt. Und auch Schwyz machte Ausnahmen «hauptsächlich aufgrund von beruflichen Tätigkeiten im Ausland».

Schaffhausen hat alle Gesuche bis auf eines abgelehnt. An dem positiv beschiedenen Fall hatte der Kanton ein hohes Eigeninteresse: Der Spezialist aus Spanien musste dringend, daher ohne Quarantäne das bereits begonnene E-Bus-Projekt der Verkehrsbetriebe Schaffhausen ins Ziel bringen. Und der Aargau befreite Techniker für Wartungsarbeiten in einem Kraftwerk von der Quarantäne.