St.Galler wird Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz

GIVISIEZ/ST.GALLEN. Mit der Ernennung des 44-jährigen St.Galler Juristen und Theologen Erwin Tanner zum Generalsekretär hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) erstmals einen Laien in dieses Amt berufen. Tanner tritt die Nachfolge von Felix Gmür an, der zum Bischof des Bistums Basel gewählt worden war.

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Erwin Tanner, der neue Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz. (Bild: pd)

Erwin Tanner, der neue Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz. (Bild: pd)

Tanner sei eine breit ausgebildete, kluge und bewährte Führungskraft, teilte die SBK am Donnerstag im Anschluss an die drei Tage dauernde, 293. ordentliche Versammlung im Priesterseminar Givisiez mit. Tanner ist seit 2006 Mitarbeiter des SBK-Sekretariates und seit Mitte 2007 stellvertretender Generalsekretär. Seit dem Weggang von Gmür übte er das Amt des Generalsekretärs ad interim aus.

Tanner wurde 1967 in St.Gallen geboren, besuchte das von Kapuzinern geführte Kollegium Appenzell und studierte an den Universitäten Freiburg und München.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die neue Sexualpädagogik an den Schulen. Nach Meinung der Bischöfe sind die Eltern zuständig für die Erziehung der Kinder. Im pädagogischen Bereich dürften gesellschaftlich in hohem Ausmass umstrittene Sexualtheorien nicht einfach über Lehrmittel durchgesetzt werden, meint die SBK.

Im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen rufen die Bischöfe zudem dazu auf, einander trotz aller Meinungsunterschiede mit Respekt zu begegnen. Beim Bemühen, Frieden zu stiften, nütze es nichts, wenn Gefühle der Feindschaft, Verachtung, Misstrauen und ideologische Verhärtung die Menschen trennen und zu Gegnern machen.

Hintergrund des bischöflichen Aufrufes zu mehr Toleranz in der Politik war das SVP-Inserat «Kosovaren schlitzen Schweizer auf», das die SBK letzte Woche kritisiert hatte. (sda)

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