St.Galler Regierung kritisiert Bundesrat

Der St.Galler Regierungsrat kämpft für das Bahn-Y. Die Vernachlässigung der Schiene im Rheintal durch den Bund widerspreche der Schweizer Verkehrspolitik.

Tobias Gafafer
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Im Rheintal soll der Bahnverkehr ausgebaut werden. (Bild: Ralph Ribi)

Im Rheintal soll der Bahnverkehr ausgebaut werden. (Bild: Ralph Ribi)

Morgen soll die Verkehrskommission (KVF) des Ständerats über den Bahnausbau bis 2025 entscheiden. In einem Schreiben an den KVF-Präsidenten Claude Hêche (SP/JU) macht auch die St.Galler Regierung Druck für das Ostschweizer Bahn-Y. Sie unterstütze Anträge für den Ausbau im Rheintal mit Nachdruck, heisst es im Brief von Regierungspräsident Martin Gehrer vom Juli, der unserer Zeitung vorliegt. Die Verkehrsprobleme seien erheblich und der Anteil der Bahn müsse erhöht werden. Die zunehmende Verdrängung des Verkehrs im Rheintal von der Schiene auf die Strasse widerspreche der Schweizer Verkehrspolitik und sei zu korrigieren. Der bereits mit dem Projekt Bahn 2000 versprochene Ausbau im Rheintal sei nie realisiert worden. Die St.Galler Regierung kritisiert deshalb den Bundesrat: Dieser setze sich zwar für den Halbstundentakt auf allen Strecken des Fernverkehrs in der Schweiz ein – allerdings ausgerechnet ohne die Rheintalstrecke. «Das ist ein klarer Fehler und steht in krassem Widerspruch zu den Frequenzen auf der Strasse», heisst es.

Mit dem Brief versucht der Regierungsrat offenkundig Zweifel zu zerstreuen, dass er das Projekt Bahn-Y zu wenig unterstützt und das Lobbying in Bern vernachlässigt habe. Am Montag hatten sich zudem alle Rheintaler Gemeinden hinter das Bahn-Y gestellt.

Beim weiteren Ausbau der Bahn stellt der Chef des Bundesamts für Verkehr (BAV), Peter Füglistaler, die Weichen.

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