Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Steigende Preise auf Kosten der Jugend»: Pläne zur GA-Verteuerung erregen Ärger von links bis rechts

Wegen der Überlegungen zur GA-Preiserhöhung äussern Politiker des ganzen politischen Spektrums ihre Unverständnis. Die Jungen Grünen haben mit zwei Petitionen über 5000 Unterschriften gesammelt. Doch nicht alle fänden eine Preiserhöhung unverhältnismässig.
Das Generalabonnement ist in der Schweiz äusserst beliebt. Geht es nach dem ÖV-Branchenverband, sollen Pendler künftig mehr dafür bezahlen. (Bild: Keystone/GAETAN BALLY)

Das Generalabonnement ist in der Schweiz äusserst beliebt. Geht es nach dem ÖV-Branchenverband, sollen Pendler künftig mehr dafür bezahlen. (Bild: Keystone/GAETAN BALLY)

(frh) Die Meldung erregte am Mittwoch Unmut bei vielen Pendlern: Das Generalabonnement (GA) soll ab 2021 zehn Prozent teurer werden. Und: Bereits ab Ende Jahr wird das Studenten-GA nur noch für Studierende bis 25 Jahre verfügbar sein. Das fordert der ÖV-Zusammenschluss CH-Direct in einem internen Dokument, das der «Beobachter» am Mittwoch publik gemacht hat. Die Begründung für die Tariferhöhung: Das GA ist zu günstig.

Gegen die Pläne des ÖV-Branchenverbands regt sich nun Widerstand. Noch am Mittwoch reichten die Jungen Grünen online eine Petition ein. Der Adressat: die Verkehrskommission des Nationalrats. Diese soll die Preiserhöhung stoppen. Gerade jüngere Menschen sowie Menschen mit kleinerem Einkommen würden massiv in ihrer Mobilität beeinträchtigt, heisst es in der Begründung.

Die Jungpartei hat je eine Petition auf Französisch und eine auf Deutsch lanciert. Zählt man die Voten zusammen, unterstützen knapp 5000 Personen das Anliegen (Stand: Donnerstag 18 Uhr).

Schaut man sich in den sozialen Medien um, ist es nicht nur die junge politische Linke, die sich empört. «Das geht vor allem jungen Menschen ans Portemonnaie und schwächt den ÖV. Wir erwarten, dass die SBB von diesen Plänen absieht», schreibt die Junge CVP in einem Tweet, und bringt ihr Unverständnis damit ebenso wie die Junge SVP zum Ausdruck.

Bundesrat soll sich als SBB-Eigner äussern

Auch Politiker in der Grossen Kammer werden aktiv. Der Luzerner Grünen-Nationalrat Michael Töngi hat eine Interpellation eingereicht, und will vom Bundesrat als SBB-Eigentümer wissen, ob er in der Preiserhöhungs-Frage Einfluss nehmen werde. «Ich finde die Pläne schockierend, komplett verquer zur Klimadiskus­sion, die wir führen müssen. Es kann ja nicht sein, dass man ein so attraktives Angebot auf diese Art schwächt», sagt Töngi gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Ins gleiche Horn bläst SP-Nationalrat Philipp Hadorn: «Weitere überproportionale Preisanhebungen durchzuboxen, wäre ein Eigengoal für den öffentlichen Verkehr.»

Es gibt aber auch jene, die Verständnis für die Preiserhöhung haben. So etwa FDP-Nationalrat Kurt Fluri: «In Anbetracht der in den letzten Jahren erzielten Angebotssteigerungen sind Tarifer­höhungen nicht unberechtigt», sagt er der Zeitung. Jürg Grossen, Nationalrat der Grünliberalen, stellt das Grosse und Ganze ins Zentrum. So lehnt zwar auch er eine einseitige Preiserhöhung ab, finde die Mobilität aber grundsätzlich zu günstig. «Die Benutzer tragen die von ihnen verursachten Kosten nicht.» Sein Lösungsvorschlag: Ein Mobility-Pricing für alle Hauptverkehrsträger, womit «Zeitpunkt und Umweltfreundlichkeit im Preis abgebildet» werden können.

Ist Bahn- und Busfahren in der Schweiz nun also zu günstig oder zu teuer? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. CH-Direct ist derweil bemüht, die Gemüter ein wenig zu besänftigen. Bei den Plänen handle es sich erstmal um «eine Sammlung von Ideen», formell beschlossen sei noch nichts, heisst es in einer Stellungsnahme. Und was sagen die SBB? Die meinen, es sei «zentral, dass die Preise im öffentlichen Verkehr stabil bleiben».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.