Stallbau ist ein Generationenwerk

Wer baut, muss in langen Zeiträumen denken. Weil ein Stall normalerweise in dreissig Jahren abgeschrieben wird, gewährt der Gesetzgeber lange Übergangsfristen. Bis 31.August 2013 sind deshalb die «Klammermasse» der alten Tierschutzverordnung noch erlaubt.

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Wer baut, muss in langen Zeiträumen denken. Weil ein Stall normalerweise in dreissig Jahren abgeschrieben wird, gewährt der Gesetzgeber lange Übergangsfristen. Bis 31.August 2013 sind deshalb die «Klammermasse» der alten Tierschutzverordnung noch erlaubt. Diese Masse standen bereits in dieser alten Tierschutzverordnung in Klammern und galten nur für Ställe, die vor 1981 erbaut wurden. Wer sich bislang auf diese Ausnahme stützte, wird nun gezwungen, seinen Stall auf den neusten Stand zu bringen.

In der Tierschutzverordnung 2008 wurde der Platzbedarf erstmals im Verhältnis zur Tiergrösse angegeben, diese Abstufung gab es früher nicht. Man konnte deshalb von den Tierhaltern nicht verlangen, dass sie sämtliche, im Jahr 2008 bestehenden Ställe umbauen. In diesen Ställen werden weiterhin die Masse der alten Tierschutzverordnung (aber ohne Klammermasse) toleriert. Das führt dazu, dass beispielsweise 145 cm grosse Kühe weiterhin auf Standplätzen oder in Liegeboxen gehalten werden dürfen, die den heutigen Massen für Kühe mit einer Widerristhöhe von 130 bis 140 cm entsprechen. Falls die Tiere offensichtlich darunter leiden, kann aber die Tierschutzvollzugsstelle in extremen Fällen Anpassungen verlangen. (ED)