Glosse

Spürhunde gegen Bettwanzen: Die etwas andere Aufrüstung der Armee

Alle reden von den neuen Kampfjets. Ruhiger verläuft eine tierische Bodenoffensive. Beide Male geht es gegen unsichtbare Feinde.

Kari Kälin
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Spürhündin Java auf Bettwanzenjagd.

Spürhündin Java auf Bettwanzenjagd.

Foto: VBS / Nastassja Gfrerer

Nein, die neuen Kampfjets sind noch nicht in trockenen Tüchern. Gemäss einer aktuellen Umfrage haben die Befürworter die Nase nur hauchdünn vorne. Für Verteidigungsministerin Viola Amherd und die Armeeführung bahnt sich eine Zitterpartie an, wenn das Volk am 27. September über die Zukunft der Luftwaffe entscheidet.

Ganz und gar erfreuliche Nachrichten erreichen die Armee dafür von der Tierfront, wie sie mitteilt. Mit der Flandrischen Treibhündin «Java» verfügt sie seit letztem Dezember über eine offizielle Bettwanzenjägerin. Die kleinen Viecher tauchen in Kasernen immer wieder auf, hinterlassen Juckreiz und saugen Blut von Armeeangehörigen.

Letztere für die Bettwanzenbekämpfung abzukommandieren, wäre ineffizient. Ein trainierter Vierbeiner erledigt eine Zimmerkontrolle in fünf Minuten bei einer Trefferquote von 95 Prozent. Menschen hingegen benötigen zwei Stunden für eine jämmerliche Erfolgsrate von 30 Prozent.

Kein Wunder, hat die Armee den Auftrag erteilt, noch mehr Bettwanzenspürhunde auszubilden. Bevorzugte Rassen gebe es nicht, wie Javas Herrin Nastassja Gfrerer, Leiterin Tiergesundheit im Veterinärdienst der Armee, festhält.

Bis jetzt teilt Java das Schicksal der Luftwaffe: Für den Ernstfall musste sie noch nie losschnüffeln, obwohl doch im Sommer Bettwanzenhochsaison ist. Für die Hündin drängt sich das gleiche Fazit auf wie für die ganze Schweizer Armee: Der Feind ist unsichtbar.