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SPITALPOLITIK: Ärzte ärgern sich über Heiniger-Aussagen

Der Präsident der Ärzteschaft sagt dem obersten Gesundheitsdirektor, wer für Fall- und Kostenwachstum mitverantwortlich ist: Die Kantone selber.

Wer trägt zur Mengenausweitung im Gesundheitswesen und dem damit verbundenen Kostenwachstum bei? Der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, sagte es im Interview mit dieser Zeitung (Ausgabe vom 1. Februar) so: «Das System wird hintergangen. Denken wir an die jüngsten Aussagen von Medizinern, die offenlegten, dass sie nach der Senkung des ambulanten Tarifs einfach mehr Fälle generieren, um mehr Einkommen zu haben.» Für den GDK-Präsidenten steht fest: Letztlich geht es um den ärztlichen Entscheid, aufgrund einer medizinischen Indikation das Notwendige vorzukehren. Es sei denn auch klar, wo die Verantwortung dafür liege, was gemacht werde und was nicht. Und eine «Schutzbehauptung», wenn die Verantwortung für die Durchführung der Eingriffe zur Managementangelegenheit des Spitals gemacht werde.

Aussagen, die der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) sauer aufgestossen sind. Dies vor dem Hintergrund, dass die Spitalärzte alles andere als autonom seien, wenn es um die Leistungen geht. FMH-Präsident Jürg Schlup sagt: «Spitalärztinnen und Spitalärzte bekommen von den Spitaldirektionen ökonomische Vorgaben, nach denen sie beispielsweise eine bestimmte Fallzahl erreichen müssen.» Pikant an der Aussage: Die Spitäler gehören mehrheitlich den Kantonen. Das heisst, dass die Eigentümer selber «die Möglichkeit hätten, direkt einzugreifen und die Praxis zu unterbinden», kehrt Schlup den Spiess gegen Heiniger um. Es sei denn auch keine Schutzbehauptung, wenn Ärzte auf Vorgaben des Managements verwiesen, wie Heiniger ausführt.

Schluss mit Boni für das Fällebolzen

In der Tat hat eine Studie von gfs.bern im Auftrag der FMH ergeben, dass mengenabhängige Lohnbestandteile in den Spitälern gang und gäbe sind. Das heisst: Es wird belohnt, wer viel bzw. zu viel macht. Dagegen wehren sich die Ärzte und unterstützen den Vorschlag einer bundesrätlichen Expertengruppe, künftig auf Boni für mehr Fälle zu verzichten. Denn die Ärztinnen und Ärzte könnten sich «den wirtschaftlichen Vorgaben oft nicht entziehen», sagt Schlup, «es gibt Fälle von Chefärzten, die dem Beruf aus diesem Grund den Rücken gekehrt haben».

Für den FMH-Präsidenten ist im Widerspruch zu Heinigers Aussagen zudem klar: «Die Spitalinfrastrukturen sind nicht Sache der Leistungserbringer, sondern der Kantone», sagt er an die Adresse des GDK-Präsidenten. Erstens seien die Kantone für die Versorgung zuständig. Und zweitens steuerten sie mit dem Erteilen von Leistungsaufträgen das Angebot und gäben die Struktur vor. Schlup plädiert vor diesem Hintergrund für die Schaffung von fünf bis sieben Spitalregionen in der Schweiz, «damit Effizienzgewinne erzielt, Überkapazitäten vermieden und die Versorgungsqualität gefördert werden könnten. Und dafür, dass die Kantone als Spitaleigentümer «ein Wettrüsten unter den eigenen Spitälern verhindern».

Balz Bruder

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