Spitäler zahlen zu viel für Implantate

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Gesundheitswesen Schweizer Spitäler berappen für Implantate und andere Produkte die höchsten Preise in Europa. Gemäss den gestern veröffentlichten Ergebnissen eines internationalen Vergleichs sind Medizinprodukte in der Schweiz zwischen 14 und 37 Prozent teurer als im Ausland. Die deutlichsten Preisdifferenzen zeigten sich bei implantierbaren Defibrillatoren und Herzschrittmachern. Laut Preisüberwacher Stefan Meierhans bezieht sich Studie auf Richtpreise. Die effektiven Unterschiede könnten noch weit höher liegen. Das Preisgefälle er erklärt sich mit den Besonderheiten des hiesigen Marktes mit seinen vielen kleinen Spitälern. Er empfiehlt den Kliniken, vermehrt Einkaufsgemeinschaften zu bilden. Dies werde es erlauben, ihre Verhandlungsposition zu festigen und ein «grosses ­Kostensenkungspotenzial auszuschöpfen». Meierhans verweist in diesem Zusammenhang auf Erfahrungen aus Deutschland, wo acht von zehn Spitälern in solchen Gemeinschaften zusammengeschlossen sind. Demnach seien durch den zentralisierten Einkauf im Vergleich zur Schweiz Einsparungen von bis zu 20 Prozent möglich. Weiter rät der Preisüberwacher, öfter direkt beim ausländischen Hersteller einzukaufen, denn heutzutage könnten Medizinprodukte in Europa frei gehandelt werden. (sda)