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Späten Schneefall in tiefere Lagen gibt es immer wieder

Frühlingsschnee rieselt trotz wärmeren Aprilmonaten auch im Flachland. Langzeitdaten der Meteorologen belegen, dass dieser von einer Zufallswetterlage abhängt.
Mark Walther
Schneeräumungsarbeiten am Montag auf der Schöllenenstrasse zwischen Göschenen und Andermatt. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Göschenen, 11. März 2019))

Schneeräumungsarbeiten am Montag auf der Schöllenenstrasse zwischen Göschenen und Andermatt. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Göschenen, 11. März 2019))

Wie oft fällt Schnee im Frühling?

Am nächsten Mittwoch fängt der astronomische Frühling an. Die Chancen auf Schnee stehen fast in der ganzen Schweiz gut: In Basel fällt laut Daten von Meteo Schweiz in jedem dritten Jahr Schnee nach dem 20. März, in Zürich in drei von vier Jahren (siehe Tabelle). Frühlingsschnee dürfte aber häufiger sein als erfasst. Oft ist er bis zur Messung am nächsten Morgen geschmolzen. Erst ab einem Zentimeter Höhe kommt er in die Statistik.

Später Schnee – die Rekorde.

Der späteste jemals gemessene Schnee an den 20 Stationen fiel am 28. Juli 1926 in Arosa. Im Durchschnitt fällt der letzte Schnee im Bündner Wintersportort am 13. Juni – das ist das späteste Datum aller Stationen. Den Rekord für den frühesten letzten Schnee hält Basel: Im Winter 2013/2014 schneite es letztmals am 21. November 2013. In der Stadt am Rhein hört es durchschnittlich am 7. März auf zu schneien.

Gibt es wegen des Klimawandels künftig keinen Frühlingsschnee mehr?

Frühlingsschnee ist weiterhin möglich, weil er von einer Zufallswetterlage abhängt, die weiterhin auftreten wird. Allerdings dürfte der Schneefall ab dem Spätwinter generell rarer werden. Die Wetterdienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwarten wegen des Klimawandels bis ins Jahr 2100 in den Alpen einen Temperaturanstieg um mindestens zwei Grad Celsius im Jahresdurchschnitt. Sie gehen in einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier davon aus, dass sich die Dauer der Schneebedeckung im Spätwinter um mehrere Wochen reduzieren wird.

Wie kommt es denn zu diesem Phänomen?

Eine zufällig auftretende Wetterlage ist für späten Schneefall verantwortlich. Ausschlaggebend ist der Jetstream. Wenn er sich kurvenreich bewegt, kann Höhenkaltluft aus den arktischen Gebieten zu uns vorstossen. Auf der Rückseite eines Kaltluftvorstosses kann es mit Nordwestwind auch im Mai noch Schnee bis in tiefere Lagen geben, schreibt Felix Blumer, Meteorologe bei «SRF Meteo». Das passiert primär den Voralpen entlang und am nördlichen Alpenkamm. Ob es zuvor warm war, spielt keine Rolle. Eindrücklich zeigte sich das am Pfingstmontag 2007: Am 28. Mai schneite es bis auf 600 Meter hinunter. Blumer erinnert sich: «Grindelwald war von der Aussenwelt abgeschnitten, weil zahlreiche Bäume unter der Schneelast zusammenbrachen.»

Sagt Schnee im Frühling etwas über den Winter aus?

Nein. Der letzte Schnee kann in einem schneereichen Winter früher fallen als in einem schneearmen. Entscheidend sind alleine Kaltluftausbrüche aus Norden oder Nordwesten im Frühling.

Ist später Schneefall ein Problem für die Landwirtschaft?

Nicht zwingend. Schnee kann Pflanzen sogar vor Frost schützen. Er isoliert den Boden und hält die Kälte fern. Schnee ist ein Problem, wenn Äste unter grosser Schneelast abbrechen.

Folgt auf Spätschnee ein Hitzesommer?

Ein später Schneefall ist kein Hinweis darauf, wie das Wetter im Sommer wird. Die Chancen auf einen heissen Sommer steigen aber, wenn der Frühling in Mitteleuropa nasskalt ist, wie Blumer erklärt. Wenn der Atlantik Anfang Sommer deutlich wärmer ist als das europäische Festland, ist die Chance gross, dass sich über Mitteleuropa ein Hoch bilden kann, das sich festsetzt. Das Phänomen war in den Hitzesommern 2003 und 2018 zu beobachten. 2018 habe sich die Wetterlage Anfang April umgestellt, als auf einen kalten und nassen Februar und März ein «ewiger Sommer» folgte, so Blumer.

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