SP fällt in Baselland aus der Regierung

LIESTAL. Bei den Wahlen im Kanton Baselland hat die SP eine historische Niederlage erlitten: Sie scheidet nach neun Jahrzehnten ununterbrochener Regierungszugehörigkeit aus der fünfköpfigen Exekutive aus. In dieser haben künftig die FDP zwei Sitze sowie CVP, SVP und Grüne je einen Sitz.

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LIESTAL. Bei den Wahlen im Kanton Baselland hat die SP eine historische Niederlage erlitten: Sie scheidet nach neun Jahrzehnten ununterbrochener Regierungszugehörigkeit aus der fünfköpfigen Exekutive aus. In dieser haben künftig die FDP zwei Sitze sowie CVP, SVP und Grüne je einen Sitz.

Das Spitzenergebnis erzielte demnach Finanzdirektor Anton Lauber (CVP), gefolgt von Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP). Weiter gewählt wurden Sicherheitsdirektor Isaac Reber (Grüne), FDP-Kandidatin Monica Gschwind sowie Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro (FDP).

Als überzählig ausgeschieden

Dagegen schafften Regula Nebiker und Daniel Münger (beide SP) den Sprung in die Exekutive nicht. Die 57jährige Nebiker, Leiterin des Baselbieter Staatsarchivs und Stadträtin von Liestal, übertraf zwar das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus. Der 53jährige Münger, Gewerkschafter und langjähriger früherer Landrat, lag noch weiter zurück.

Abgeschlagen blieben Matthias Imhof (BDP) sowie der Aussenseiter Tom Kreienbühl. Beiden waren im Vorfeld keine Wahlchancen eingeräumt worden. Nach einem Unterbruch seit 2013 wieder einen zweiten Regierungssitz hat hingegen nun die FDP mit der 52jährigen Monica Gschwind. Sie ist selbständige Treuhänderin, Gemeindepräsidentin von Hölstein und seit 2010 Landrätin.

Spektakulärer Misserfolg

Spektakulär erscheint derweil der Misserfolg der SP. Ihr bisheriger Regierungsrat, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektor Urs Wüthrich hatte für die Gesamterneuerungswahlen nach drei Amtsperioden seinen Verzicht erklärt. Die Bürgerlichen wollten darauf die Chance nutzen und nominierten neben den Bisherigen Lauber, Weber und Pegoraro als gemeinsame Kampfkandidatin Monica Gschwind.

Gleichzeitig mit dem SP-Rauswurf aus der Regierung ist das Baselbieter Kantonsparlament nach rechts gerückt: Die Grünen verloren 4 Sitze, während die SVP 4 und die FDP 3 Sitze zulegten. Neu kommt das linksgrüne Lager auf 29 Sitze, die Bürgerlichen zusammen auf 53 Sitze und die Mitte erodiert auf 8 Sitze. Die SP konnte ihre Sitzzahl halten. (sda)

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