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Brand in Solothurn: «Raucherware» war schuld am Feuer

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Solothurn sind in der Nacht auf Montag sechs Hausbewohner verstorben. Mehrere Personen wurden in Spitäler gebracht. Jetzt ist auch die Brandursache klar.
Jürg Krebs/SDA
Blick auf das Mehrfamilienhauses nach dem Brand. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Blick auf das Mehrfamilienhauses nach dem Brand. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse in Solothurn in der Nacht auf Montag wurde nach ersten Erkenntnissen «durch unsachgemässen Umgang mit Raucherwaren» verursacht. Das teilt die Kantonspolizei Solothurn am späten Montagnachmittag mit. Weitere Ermittlungen seien im Gang.

Andreas Mock, Sprecher Kapo Solothurn. (Bild: Tele M1)

Andreas Mock, Sprecher Kapo Solothurn. (Bild: Tele M1)

Spezialisten der Kantonspolizei Solothurn waren den ganzen Tag über mit Untersuchungen zur Brandursache beschäftigt. Eine Person wurde vorläufig festgenommen, wie die Polizei weiter mitteilt.

Die Abklärungen zur Identifizierung der Opfer gestalteten sich aufwändig und dauerten ebenfalls noch an. Noch immer sind für die polizeilichen Ermittlungen derzeit rund 20 Mitarbeitende der Kantonspolizei Solothurn im Einsatz.

Tote und Verletzte

Sechs Personen sind gemäss Polizei bei einem der schwersten Brände mit Todesopfern in der Schweiz ums Leben gekommen. Darunter sind auch Kinder. Vier Personen befinden sich gemäss Kantonspolizei mit «zum Teil schweren Verletzungen im Spital». Eine weitere Person konnte nach einer medizinischen Betreuung entlassen werden. Im Haus hätten sich zur Brandzeit 20 Personen aufgehalten.

Wie die Kantonspolizei mitteilte, brach das Feuer wohl im Erdgeschoss aus.

Alles voller Rauch

Ein Bewohner bemerkte gegen 2.10 Uhr Rauch im Treppenhaus und löste Alarm aus. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus. In dem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse in der Nähe der Altstadt von Solothurn befanden sich über zwanzig Personen. Die meisten von ihnen brachte die Feuerwehr in Sicherheit.

Als die Feuerwehr vor Ort eingetroffen sei, sei das ganze Gebäude voller Rauch gewesen, sagte Boris Anderegg, Kommandant der Feuerwehr der Stadt Solothurn: Viele Personen hätten am Fenster gestanden und um Hilfe geschrien.

Für sechs Personen kam allerdings jede Hilfe zu spät. Unter ihnen sind auch Kinder. Die Opfer seien noch nicht identifiziert, sagte Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei. Daher könnten keinen genaueren Angaben gemacht werden. Beim Brand handle es sich um «einen sehr tragischen Fall».

Noch während der Löscharbeiten evakuierten die Rettungskräfte das Nachbarhaus. Dessen Bewohner konnten noch in der Nacht in das Haus zurückkehren.

Nach ersten Erkenntnissen entstand der Brand in einem unteren Stockwerk und entwickelte starken Rauch. Dieser breitete sich im ganzen Gebäude aus.

Im Einsatz standen Dutzende Angehörige der Feuerwehr Solothurn, der Kantons- und Stadtpolizei, Ambulanzen mehrerer Rettungsdienste sowie Care-Teams. Das Ereignis sei auch für die Rettungskräfte physisch und psychisch sehr belastend, sagte Gribi.

Die schwersten Brände mit Todesopfern der letzten 20 Jahre

  • 23. Sept. 1999: Eine Mutter und ihre beiden Kinder sterben bei einem Brand in Villeret BE. Eine Person hatte mit Brennsprit hantiert.
  • 1. Januar 2000: Bei einem Wohnungsbrand in Vernier GE kommt eine fünfköpfige Familie aus Mazedonien ums Leben
  • 27. Juni 2001: Bei einem Wohnungsbrand in Genf kommen drei Frauen ums Leben. Offenbar war eine Person mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen.
  • 24. Okt. 2001: Eine Brandkatastrophe im Gotthardtunnel fordert elf Opfer. Das Feuer war beim Zusammenstoss von zwei Camions ausgebrochen.
  • 27. November 2004: In Gretzenbach#SO sterben sieben Feuerwehrleute, als bei einem Brand das Dach einer Tiefgarage einstürzt.
  • 30. März 2005: Bei einem Wohnungsbrand in Beinwil am See im Kanton Aargau kommen ein 28-jähriger Bewohner des Hauses, seine 25-jährige Lebenspartnerin und ihr dreijähriges Kind ums Leben.
  • 12. Dez. 2005 Beim Brand eines umgebauten Bauernhauses kommen in Kallnach#BE eine Frau und zwei ihrer drei Kinder ums Leben. Ursache für das Feuer könnte eine brennende Kerze gewesen sein.
  • 15. Nov. 2008: Beim Brand in einem Nachtlokal in Augst BL werden drei Menschen getötet und mehrere Personen verletzt.
  • 19. März 2012: Beim Brand eines Holzhauses in Steinerberg SZ kommen eine betagte Frau und zwei Kinder ums Leben. Ein Mann, eine Frau und ein Knabe werden verletzt.
  • 7. Oktober 2018: In Oberriet SG gerät das Restaurant Sonne in Brand und brennt vollständig aus. Zwei Personen kommen ums Leben, zwei weitere werden verletzt.

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