Budget
Solarzellen aufs Gemeindehaus

Mit über einer halben Million Franken Defizit im Budget 2010 kann sich der Langendörfer Gemeinderat einverstanden erklären. Jedoch ist er sich bewusst, dass ein solches Budget keine grossen Nachtragskredite zulässt. Zu hoffen bleibe deshalb, dass dadurch die Sanierung des Gemeindehauses nicht infrage gestellt wird.

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Nora Althaus

Zuhanden der Gemeindeversammlung vom 23. November hatte der Gemeinderat Langendorf am Montagabend einige Finanzposten zu verabschieden. Hansruedi Trachsel, Präsident der Baukommission, erläuterte dazu die Innensanierung und die Solarenergienutzung des Gemeindehauses. Diverse Risse in den Wänden und Wasserschäden müssen saniert werden. Dazu kommen eine neue Beleuchtung und neue Bodenbeläge in einigen Zimmern. Dies wird die Gemeinde 143 000 Franken kosten. Hinzu kommen 72 400 Franken, die sich aber auf Arbeiten beziehen, die in den kommenden Jahren über die Laufende Rechnung abgewickelt werden sollen.

Zur Warmwasseraufbereitung sollen auf dem Dach des Gemeindehauses Solarzellen eingerichtet werden. Zusammen mit einem neuen Boiler kostet das 32 500 Franken. Eine Warmwasseraufbereitung mit Pellets wurde ebenfalls geprüft, diese ist laut Trachsel aber nicht wirtschaftlich genug. Zu beiden Posten sagte der Gemeinderat einstimmig Ja.

«Budget ist so weit in Ordnung»

Weiter wurde eine zweite Lesung des Budgets 2010 durchgeführt. «Im Vergleich zur ersten Lesung sind die Zahlen etwas schlechter geworden», sagte Gemeindeverwalter Kurt Kohl. Bei einem Aufwandüberschuss von 695 000 Franken werde es aber wohl nicht bleiben, da das Budget immer noch nicht komplett sei. «Das Budget ist in Ordnung», fand Adrian Marti (FdP), «lässt aber keine Nachtragskredite zu.»

Das Budget der Investitionsrechnung 2010 beläuft sich auf Nettoinvestitionen von 3 390 400 Franken. Ein grosser Posten davon geht an die Sanierung des Gemeindehauses mit 2 150 000 Franken für die Gebäudehüllensanierung, 245 000 Franken für den Ersatz des Personenlifts und 143 500 Franken für die Innensanierung. Das Budget wurde vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.

Ausserdem genehmigte der Gemeinderat einen Nachtragskredit von 87 200 Franken zulasten der Investitionsrechnung 2009 für die Sanierung der Fernwärmeleitung auf dem Schulareal.

Veto gegen Hochhaus-Abriss

Am Rande der Sitzung diskutierte der Rat am Montagabend ausserdem über das Vorhaben der Migros, das Hochhaus abzureissen. Der Gemeinderat hatte gegen den Abriss Einsprache erhoben (wir berichteten). Die Baukommission lehnte diese Einsprache aber ab, da ein Abriss nicht zu verhindern sei. Der Gemeinderat legt nun aber ein weiteres Veto ein und will an der nächsten Sitzung bestimmen, wie er weiter vorgehen will. Grundsätzlich vertritt der Rat die Meinung, das Haus solle nicht abgerissen werden oder dann nur, wenn bereits ein neuer Gestaltungsplan vorliegt.

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