Slalomlauf um SRG-Kameras

Politapéro

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Bundesratswahlen sind seltene Höhepunkte im gemächlichen helvetischen Politbetrieb. Auch für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), die letzten Mittwoch die Wahl von Ignazio Cassis mit einem Grossaufgebot begleitete. Diese Art von Service public kommt nicht überall gut an. Der Schwyzer SVP-Nationalrat Marcel Dettling will in der nächsten Fragestunde von Medienministerin Doris Leuthard wissen, wie viele SRG-Mitarbeiter in die Übertragung der Bundesratswahlen involviert waren. Der Grund: Dettling stolperte die ganze Zeit über TV-Kabel – oder musste mit Slalombewegungen Fernsehkameras ausweichen.

Man hat es schon immer geahnt: Auch Politiker sind Lästermäuler. So werden etwa freisinnige Männer, die sich jetzt schon als künftige Bundesräte ins Spiel bringen, laut «Tages-Anzeiger» fraktionsintern als «intrigante Säcke» betitelt. Andere Parlamentsmitglieder blasen Trübsal, wenn sie die Medien nicht als potenzielle Bald-Magistraten titulieren. Doch auch da gibt es ein Ventil. «Mehr als über andere Politiker lästern Politiker nur noch über Journalisten», twitterte CVP-Präsident Gerhard Pfister.