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Slalom in Kitzbüehl: Zenhäusern sammelt Erfahrung als Führender

Der Walliser Ramon Zenhäusern fällt im Slalom von Kitzbühel als Halbzeitführender auf Rang sechs zurück und kennt den Grund. Sieger des Rennens wird wie schon in Wengen der Franzose Clément Noël.
Martin Probst, Kitzbüehl
Konnte seine Leaderposition aus dem ersten Lauf nicht halten: Ramon Zenhäusern. (Bild: Sven Thomann/Freshfocus, Kitzbüehl, 26. Januar 2019)

Konnte seine Leaderposition aus dem ersten Lauf nicht halten: Ramon Zenhäusern. (Bild: Sven Thomann/Freshfocus, Kitzbüehl, 26. Januar 2019)

Ein bisschen ist auch Arnold Schwarzenegger schuld, dass es nicht geklappt hat mit dem ersten Weltcupsieg im Slalom für Ramon Zenhäusern. In Kitzbühel, in diesem Ort der Oberschicht, wo sich die Stars und Reichen im VIP-Zelt selbst feiern, ist der Sport nur ein Teil der Show. Und weil das so ist, und Bilder vom österreichischen Hollywoodstar ebenso wichtig sind wie Aufnahmen der Sportler, wird zwischen den Starts eine lange Pause eingelegt.

Eine Minute und 15 Sekunden im Fall von Ramon Zenhäusern, der nach dem ersten Durchgang geführt hatte und Lauf zwei als letzter in Angriff nahm. «Ich bin bereit gestanden, zu fahren und die wollten mich einfach nicht gehen lassen», sagt er.

Zenhäusern trotzdem zufrieden

Und plötzlich wurde Zenhäusern doch noch nervös. «Zuvor hatte ich das Gefühl, dass alle um mich herum nervöser sind als ich», sagt er. Zum Vergleich: In Adelboden dauert die Wartezeit für die Besten 30 Sekunden, in Wengen sind es 40 Sekunden. Beides ebenfalls Klassiker im Weltcup. Doch anders als in Kitzbühel ist im Berner Oberland die Schickeria weniger wichtig. Zenhäusern startete prompt mit ein paar kleinen Fehlern, verlor den Rhythmus und klassierte sich auf Rang sechs. «Trotzdem bin ich zufrieden mit meinem Arbeitstag, weil ich viel lernen konnte», sagt der 26-Jährige. «Zum Beispiel, dass man auch zu früh im Starthaus sein kann.» Der zwei Meter grosse Mann war zum ersten Mal nach Durchgang eins der Schnellste. Die Rolle des Letztstartenden war somit neu für ihn.

Das Geheimnis von Noël Clément

Noël erlebte diese Premiere vor einer Woche in Wengen. Dort hatte der 21-jährige Franzose ebenfalls nach Durchgang eins geführt, dann aber seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Gestern in Kitzbühel stiess er von Rang zwei vor und holte sich den Sieg. Sein Geheimnis? «Ruhig bleiben. Aber ich weiss, das ist einfacher gesagt als getan.» Noëls Aufstieg ist rasant. Im vergangenen Winter etablierte er sich in der erweiterten Spitze, nun durchbricht er bereits die Vormachtstellung von Marcel Hirscher, der vier der fünf ersten Slaloms der Saison gewonnen hatte. Gestern wurde der 29-jährige Österreicher Zweiter. Auf Rang drei klassierte sich der 27-jährige Franzose Alexis Pinturault.

Bevor Noël kam und die beiden Slaloms in Wengen und Kitzbühel gewann, war Daniel Yule der einzige Saisonsieger in dieser Disziplin neben Hirscher. Gestern erwischte der Schweizer einen schlechten Tag und klassierte sich auf Rang 18. Ebenfalls Weltcuppunkte gab es für Sandro Simonet auf Rang 25. Loïc Meillard schied in Durchgang zwei aus, für Luca Aerni und Reto Schmidiger war Lauf eins Endstation. Zurück zu Zenhäusern. Sauer auf Arnold Schwarzenegger und Co. ist er nicht. «Die Erfahrung, wie ich mit der Situation des Führenden umgehen muss, wird mir in Zukunft helfen.» Schwarzenegger als Mentalcoach – auch das ist eine Geschichte, die der zwei Meter grosse Mann dereinst erzählen kann.

Feuz kann im Super-G voll angreifen

Für Beat Feuz dürfte es gerne immer so sein: zuerst die Abfahrt, dann der Super-G. «Mein Fokus liegt auf der Abfahrt. Wenn der Super-G zuerst stattfindet, weiss ich nie, wie viel ich schon investieren kann, um in der Abfahrt noch Energie zu haben.» Normalerweise finden in Kitzbühel am Freitag der Super-G und am Samstag die Abfahrt statt. Schneefall hat das Programm in diesem Jahr aber komplett verändert.

So kommt es erst am Sonntag (13.25 Uhr, SRF zwei) zur Entscheidung im Super-G. Diese Disziplin ist auch resultatmässig die schlechtere für Feuz. Nur einmal in vier Saisonrennen erreichte er die Top 10. Ganz anders Mauro Caviezel. Zu Saisonbeginn stand er zweimal auf dem Podest und war in allen vier Rennen nie schlechter als auf Rang 11 klassiert. Trotzdem sollte man Feuz, besonders in Kitzbühel, nicht abschreiben. Gut möglich, dass er nun, da die Abfahrt ja bereits durch ist, voll angreifen kann. Anders als für Feuz, der Rang zwei belegte, endete die Abfahrt für Caviezel mit einer Enttäuschung. Nur zu Saisonbeginn in Lake Louise (24. Rang) war er schlechter klassiert als am Freitag (22. Rang). (mpr)

Slalom Kitzbühel (AUT). Weltcup-Slalom der Männer: 1. Noël (FRA) 1:45,53. 2. Hirscher (AUT) 0,29 zurück. 3. Pinturault (FRA) 0,36. 4. Kristoffersen (NOR) 0,53. 5. Schwarz (AUT) 0,69. 6. Zenhäusern (SUI) 0,85. 7. Myhrer (SWE) 0,88. 8. Matt (AUT) 1,01. 9. Popov (BUL) 1,05. 10. Hirschbühl (AUT) 1,24. 11. Felix (GER) 1,94. – Ferner: 18. Yule (SUI) 2,94. 25. Simonet (SUI) 3,62. – 27 der 30 Finalisten klassiert. – Ausgeschieden u.a.: Meillard (SUI). 1. Lauf: 1. Zenhäusern 55,22. 2. Noël 0,12. 3. Pinturault 0,17. – Ferner: 6. Schwarz 0,61. 9. Hirscher 0,88. 10. Simonet 0,89. 11. Kristoffersen 0,92. 16. Meillard 1,66. 21. Yule 1,91. – 79 Fahrer gestartet, 40 klassiert. – Ausgeschieden u.a.: Feller (AUT), Aerni (SUI), Rochat (SUI), Schmidiger (SUI) und Nef (SUI). 2. Lauf: 1. Hirscher 49,72. 2. Kristoffersen 0,20. 3. Noël 0,47. 4. Schwarz 0,67. 5. Pinturault 0,78. – Ferner: 14. Zenhäusern 1,44. 21. Yule 1,62. 25. Simonet 3,32.


Gesamtwertung (nach 25 von 41 Rennen): 1. Hirscher (AUT) 1116. 2. Kristoffersen (NOR) 671. 3. Pinturault (FRA) 620. 4. Feuz (SUI) 513. 5. Paris (ITA) 490. 6. Kriechmayr (AUT) und Kilde (NOR), je 465. – Ferner: 9. Mauro Caviezel (SUI) 422. 14. Meillard (SUI) 368. 16. Yule (SUI) 336. 25. Zenhäusern (SUI) 221. Slalom (nach 8 von 12 Rennen): 1. Hirscher 576. 2. Noël 401. 3. Kristoffersen 369. 4. Yule 336. 5. Schwarz 306. 6. Pinturault 269. – Ferner: 10. Zenhäusern 221. 13. Meillard 134.

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