SF DRS in Panik wegen toter Kälber

Das Schweizer Fernsehen berichtet über ein Massensterben als Folge der Blauzungen-Impfung. Doch das ist weit übertrieben.

David Angst
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«Massensterben nach Blauzungen-Impfung», heisst es auf der Internetseite des Schweizer Fernsehens. Der Begleittext zum entsprechenden Beitrag in der Sendung «10 vor 10» lässt das Schlimmste befürchten. Tatsächlich klagt Schafhalter Karl Fischbacher vor laufender Kamera, seit der verordneten Impfung seien bei ihm 15 Lämmlein tot zur Welt gekommen. Auch ein Mutterschaf sei gestorben. Der Mosnanger ist überzeugt: daran ist die Impfung schuld.

Ein Bauer aus dem Kanton Bern berichtet im Beitrag über mehrere Kälblein, die tot zur Welt gekommen sind. Ausserdem berichtet «10 vor 10» über andere Nebenwirkungen wie verkrustete Euter, entzündete Augen, sabbernde Mäuler. Der Beitrag vermittelt den Eindruck, die Blauzungen-Impfung habe massenhaft Totgeburten und Infektionen bewirkt. Ein falscher Eindruck, wie der St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger gestern auf Anfrage versichert. Auch Giger hatte in der Sendung von «gewissen Problemen im Zusammenhang mit der Impfung» gesprochen.

Gestern stellte er klar: «Es hat im Kanton St. Gallen keine besorgniserregende Zahl von Totgeburten gegeben. Konkret gingen Meldungen ein von rund einem halben Dutzend Tierhaltern, dies bei 4000 Betrieben.» Dass es bei Karl Fischbacher so viele Totgeburten gegeben habe, könne ebenso gut eine andere Ursache haben. Etwa eine Krankheit, die rein zufällig nach der Impfung aufgetreten sei.

Auch die Statistik auf nationaler Ebene gibt keinen Anlass zur Panik. Beim Institut für Viruserkrankungen gingen laut dem Fernsehbeitrag rund 50 Meldungen über unliebsame Nebenwirkungen der Impfung ein. Dies bei zwei Millionen geimpften Tieren.

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