SERVICE PUBLIC: Poststellenabbau ohne Leitplanken

Bis 2020 soll es noch 900 Poststellen geben. Für die unabhängige Aufsichtsbehörde sind die Minimalvorgaben im Gesetz für den Netzumbau zu tief.

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Die zuständige Aufsichtsbehörde nimmt den Umbau des Poststellennetzes kritisch zur Kenntnis. Dieser liege in der Kompetenz der Post, die sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten habe. Nach Auffassung der Postcom schreibt die Verordnung jedoch so tiefe Minimalvorgaben vor, dass sich daraus keine Leitplanken ableiten lassen. Angesichts der Wichtigkeit des Service public für die Bevölkerung vermöge die heutige Situation nicht zu befriedigen. Bis 2020 sollen noch 800 bis 900 traditionelle Poststellen betrieben werden. Durchschnittlich werden pro Jahr rund 100 Poststellen umgewandelt.

Die Schliessung von Poststellen sorge zwar teilweise für Aufruhr, sagte Postcom-Präsident Hans Hollenstein gestern vor den Medien. Eine Agenturlösung als Ersatz sei aber auch eine Chance, um beispielsweise einen kleinen Dorfladen erhalten zu können. So reagiere die Bevölkerung oft positiv, wenn es in einem Dorf eine Postagentur gebe. Die Diskussionen mit den Kantonen ermöglichten heute auch regionale Lösungen, erwähnte der ehemalige Zürcher Regierungsrat zu den positiven Punkten.

Hohe Pünktlichkeit

Im Berichtsjahr 2016 beträgt die Pünktlichkeit bei den A-Post-Briefen erstmals 98 Prozent (2015: 97,8 Prozent). Bei den B-Post-Briefen konnte die Post ein gleich hohes Resultat wie im vergangenen Jahr ausweisen: 98,9 Prozent erreichten ihre Empfänger rechtzeitig. 98,1 Prozent der Priority-Pakete wurden ihren Empfängern pünktlich zugestellt, was gegenüber dem 2015 verzeichneten Wert von 97,5 Prozent eine weitere, deutliche Steigerung darstellt. Die Laufzeit für Economy-Pakete sank hingegen leicht und beträgt 97,2 Prozent (2015: 97,5 Prozent). (sda)