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Pro & Contra

Self-Scanning-Kassen: Ein Mittel, um Zeit zu sparen, oder nur monetäres Kalkül der Detailhändler?

Spart man mit Self-Scanning-Kassen Zeit und Nerven oder bedeuten sie das nahe Ende der bedienten Kassen? Zwei unterschiedliche Meinungen aus der Redaktion.
Detailhändler setzen auf Self-Scanning-Kassen. (Coralie Wenger)

Detailhändler setzen auf Self-Scanning-Kassen. (Coralie Wenger)

Perrine Woodtli Redaktorin

Perrine Woodtli
Redaktorin

Pro: Beim Self-Scanning hat man ­seine Ruhe und spart Zeit

Self-Scanning-Kassen sind praktisch, schnell und zeitgemäss. Anstatt seine Zeit in Warteschlangen zu verbringen, gibt es die Möglichkeit, seine Einkäufe selber zu scannen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven.

Viele stehen Self-Scanning-Kassen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Sie gefährdeten die Arbeitsplätze der Kassierinnen und Kassierer. Zudem werde so das Einkaufen unpersönlich. Für mich aber sind diese Kassen vor allem eines: unglaublich praktisch. Eine riesige Warteschlange bei den Kassen? Nur eine ist geöffnet? Mit einem Gang zum Self-Scanning lösen sich solche Probleme in Luft auf.

Die Kopfhörer können drinnen bleiben

Es gibt Menschen, für die mag Einkaufen eine Art Erlebnis sein, das Spass macht. Sie mögen es, mit der Kassierin einen Schwatz abzuhalten, während diese Brot, Milch und Co. scannt – und damit den anderen Kunden auf die Nerven gehen. Für mich aber gehört Einkaufen nicht zu den Lieblingstätigkeiten. Mein Ziel: So schnell wie möglich den Laden wieder verlassen. Die Self-Scanning-Kassen sind aber nicht nur schneller. Sondern man lässt mich dort auch in Ruhe. Man kann ganz für sich seine Ware scannen, bezahlen und einpacken, ohne dass jemand seine Einkäufe ungeduldig hinter die eigenen auf dem Förderband platziert und man schnell noch einen Warentrenner dazwischenquetscht.

Auch die Kopfhörer können drinnen bleiben, die man sonst freundlicherweise entfernt, wenn man dem Kassierer gegenübersteht. Natürlich ist es manchmal auch schön, ein paar Sätze mit einem Mitarbeiter zu wechseln. Aber ganz ehrlich: Meistens ist mir nicht danach. Und an der Self-Scanning-Kasse fragt mich auch niemand zum x-ten Mal nach Punktekarten, ob ich irgendwelche Märkli sammle oder ob ich die Quittung behalten wolle.

Trotz allem vergesse ich die Vorzüge der Angestellten aus Fleisch und Blut nicht. So gehe ich nach wie vor auch gerne zu den herkömmlichen Kassen. Diejenigen, die diese bevorzugen, können dies ja ebenfalls. Denn Self-Scanning bedeutet nicht das Ende der bedienten Kassen. Solche wird es noch lange geben. Und das ist auch gut so. Es wird also niemand gezwungen, selber zu scannen. Jeder soll dorthin gehen, wo es für ihn am besten passt. Und wenn ich an der Self-Scanning-Kasse stehe, hat es dann ja mehr Platz an den bedienten Kassen.

Reto Voneschen, Redaktor

Reto Voneschen, Redaktor

Contra: Bequemlichkeit auf Kosten des Kassenpersonals

Es ist klar: Die Digitalisierung erfasst je länger je mehr Bereiche unseres Alltags. Dazu zählt auch das Einkaufen. Allerdings fragt sich schon, ob man als Kunde jeden Trend brav mitmachen muss, der Detailhandelsriesen zu mehr Profit verhilft.

Solange man als Kunde die Wahl zwischen der Maschinenkasse und der Kassiererin hat, kann man gegen Self-Scanning und Self-Check-out im Einkaufszentrum nicht viel sagen. Wer aber den Schalmeienklängen der Grossverteiler glaubt, dass diese Bezahlmöglichkeiten allein den Interessen der Kundschaft dienen und den Job der Kassiererinnen spannender machen, der glaubt auch an den Osterhasen.

Hinter dem Delegieren der Arbeit der Kassiererinnen an die Kundschaft steckt monetäres Kalkül. So lassen sich Kosten in Läden sparen. Das langfristige Ziel ist auch klar und lässt sich in den USA besichtigen: ein voll automatisierter Supermarkt, der fast ohne menschliches Personal auskommt. Bargeld braucht es dann auch nicht mehr. Dessen Verwaltung, Aufbewahrung und Transport verursacht auch nur unnötige Kosten. Das wird also gleich mit abgeschafft. Was als Nebeneffekt die Erfassung der Gewohnheiten nur noch elektronisch bezahlender Konsumenten erleichtert.

Eigenes Verhalten hat Folgen, nicht nur im Laden

So weit wie in dieser Vision sind wir noch lange nicht; ob wir je soweit kommen, steht in den Sternen, beruhigen jene, die Self-Scanning und Self-Check-out als bequeme Alter­native schätzen. Es sei ihnen unbenommen, diese Bezahlmethoden zu verwenden. Wer sich dafür entscheidet, sollte dies aber ohne Selbsttäuschung tun: Je fleissiger die neuen Bezahlmöglichkeiten von der Kundschaft genutzt werden, desto schneller wird die Zahl der bedienten Kassen abnehmen. Das eigene Verhalten hat längerfristig sehr wohl Auswirkungen nicht nur im Lebensmittelladen. Und es hat schon jetzt direkten Einfluss auf die Arbeitsbedingungen des Kassenpersonals.

Vorläufig kann man sich individuell für eine Bezahlmethode entscheiden. Und das nutze ich im Quartier-Migros gerne für den Gang an die bediente Kasse. Soweit ich überhaupt beim Grossverteiler und nicht im Bio-Laden, auf dem Markt oder bei kleinen Detaillisten einkaufe. Denn auch die Wahl des Händlers hat Auswirkungen – beispielsweise auf die Art und Weise, wie unsere Lebensmittel produziert werden oder halt auch auf das Laden­sterben in der St.Galler Innenstadt.

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