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Schwulen-Dachverband zeigt Churer Bischof an

Die Schwulen-Organisation Pink Cross fasst eine Strafanzeige gegen den Churer Bischof Vitus Huonder ins Auge. Diese sieht in seinen kürzlich gemachten Aussagen eine Aufforderung zur Gewalttätigkeit.
Dem Churer Bischof Vitus Huonder droht eine Anzeige. (Bild: Keytone)

Dem Churer Bischof Vitus Huonder droht eine Anzeige. (Bild: Keytone)

Der Dachverband der schulen Männer in der Schweiz will am Montag bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafanzeige wegen "homophober Aussagen des Bischofs" einreichen, wie mehrere Sonntagszeitungen berichten. Der Churer Bischof Vitus Huonder hatte in einem Vortrag in Deutschland eine Bibelstelle zitiert, in dem der Tod als Strafe für Sex zwischen Männern genannt wird: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen."

Rote Linie überschritten
Pink Cross sieht darin eine verbotene öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit, wie Geschäftsleiter Bastian Baumann der "SonntagsZeitung" sagt. Unterstützung erhält Pink Cross von der Lesbenorganisation Schweiz (LOS). Dem Bischof drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Gefängnis.

"Vitus Huonder nimmt als kirchliche Autoritätsperson in Kauf, dass seine Aufforderung gerade bei christlichen und anderen Fundamentalisten Zustimmung findet und gehorsam befolgt werden können", sagt Bastian Baumann weiter gegenüber der "SonntagsZeitung". Der Bischof habe "eine rote Linie" überschritten - zumal das nicht das erste Mal war, dass sich Honder gegen die Rechte von Lesben und Schwulen ausgesprochen habe.

Reaktion auf Aussagen
Vor zwei Tagen hat bereits der St.Galler Bischof Markus Büchel auf die Aussagen von Huonder reagiert. Dies, indem er auf der Webseite des Bistums St.Gallen in einem offenen Brief schreib, dass für das Wohl einer Person weniger die hetero- oder homosexuelle Neigung entscheidend sei, sondern vielmehr der verantwortungsvolle Umgang mit der Sexualität. Die Kirche müsse sich der historischen Lasten im Umgang mit der Homosexualität bewusst stellen und eine neue menschen- und sachgerechte Sprache finden.

Huonder hat seine Aussagen bereits relativiert. Es handle sich um ein Missverständnis, das er bedaure. Nächste Woche will er sich zur Anzeige von Pink Cross äussern.

Zuletzt machte der Churer Bischof im Fall Bürglen Schlagzeilen. Huonder kritisierte den Pfarrer der Urner Gemeinde, weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hatte. (jar)

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