Schwule dürfen Blut spenden

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Gesundheit Der Bann für schwule Männer ist gefallen. Ab Juli dürfen sie Blut spenden. Allerdings dürfen sie in den letzten zwölf Monaten vor der Spende keinen Sex mit Männern gehabt haben. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic hat der Organisation Blutspende SRK Schweiz ein entsprechendes Gesuch bewilligt, wie diese gestern mitteilte. Mit der zwölfmonatigen Karenzfrist könne das Risiko einer Krankheitsübertragung sehr tief gehalten werden. «Wirklich optimal scheint diese Lösung indes nicht, da vermutlich nicht viele schwule Männer davon profitieren können», schreibt Blutspende SRK Schweiz. Die Organisation sieht die Lösung denn auch als einen Zwischenschritt. Sie sei ein erster Schritt «weg von einer Regelung, die viele zu Recht als diskriminierend betrachteten», schreibt Blutspende-SRK-Schweiz-Direktor Rudolf Schwabe. In einem zweiten Schritt müsse das konkrete, persönliche Risikoverhalten ausschlaggebend sein und nicht mehr die sexuelle Neigung.

Seit Aids ausgeschlossen

Mit dem Aufkommen von Aids wurden alle Männer, die seit 1977 Sex mit Männern gehabt hatten, dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen. Im Juli 2016 hatte Blutspende SRK bei Swissmedic ein Gesuch zur Lockerung dieser Regel eingereicht. Gemäss Newsletter geht Swissmedic mit Verweis auf die verbesserte Testempfindlichkeit und verbesserte Einhaltung der geltenden Spendekriterien davon aus, dass die Neuerung kein erhöhtes Risiko für die Empfänger von Bluttransfusionen bedeuten. Blutspende SRK Schweiz muss nun gewisse Auflagen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die kontinuierliche Beobachtung der veränderten Risikoabschätzung sowie die Abschätzung des Risikos von Testversagern. (sda)