Schweizer reagieren empfindlich

BERN. Die Schweiz ist nicht in der EU, hofft aber dennoch ständig auf Hilfe von Europa. Jüngstes Beispiel: Die Libyen-Krise. Führt sie zu einer neuen EU-Beitritts-Debatte?

Jürg Ackermann
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Hätte sich die Krise mit Libyen schneller regeln lassen, wenn die Schweiz Mitglied der EU wäre? (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Hätte sich die Krise mit Libyen schneller regeln lassen, wenn die Schweiz Mitglied der EU wäre? (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Die Libyen-Krise zieht sich in die Länge. Am Mittwoch hat die Schweiz auf Druck der EU ihren bisher wichtigsten Trumpf aus der Hand gegeben: Der Bundesrat will die Visa-Blockade aufheben, bald dürfen hochrangige Libyer wieder nach Europa reisen. Experten sind über das Powerplay der EU nicht überrascht.


«Die EU macht hier klar Interessenpolitik. Sie will es sich mit Libyen, einem wichtigen Handelspartner, nicht verscherzen», sagt der Zürcher Politologe Michael Hermann. Bei der Schweiz habe die EU eh die Garantie, dass sie zuverlässig handle. der angekündigten Konzessionen der Schweiz: Wann Max Göldi Tripolis verlassen kann, ist völlig offen. Immerhin hat die EU versprochen, sich für die Freilassung einzusetzen. Die Frage drängt sich auf: Hätte sich die Krise mit Libyen schneller regeln lassen, wenn die Schweiz Mitglied der EU wäre?

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