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Kein Job für Raucher – jetzt erklärt sich die Geschäftsführerin: «Würde ich heute Raucher einstellen, müsste ich übermorgen schliessen»

Mehrere Firmen verlangen in ihrem Anforderungsprofil, dass Bewerber Nichtraucher sein müssen. Kritik kommt von der Gewerkschaft. Jetzt erklärt die Geschäftsführerin eines Schönheitssalons, weshalb sie keine Raucher anstellt.
Wer raucht, kriegt keinen Job – das hat für Schlagzeilen gesorgt. (Archivbild: Susann Basler)

Wer raucht, kriegt keinen Job – das hat für Schlagzeilen gesorgt. (Archivbild: Susann Basler)

(watson/sar) Wer auf Jobsuche ist, muss für die neue Stelle das entsprechende Profil mitbringen. Sprach- und Computerkenntnisse zum Beispiel. Oder langjährige Erfahrung auf dem Arbeitsgebiet. Mehrere Firmen listen in ihrem Anforderungsprofil nun auch auf, dass die Bewerber Nichtraucher sein müssen. Darüber berichtete das Ostschweizer Newsportal «FM1Today».

Laut dem Sender steht in einem Stelleninserat der Kosmetikfirma Lotus Beauty GmbH in Zuzwil (SG), dass sich nur Nichtraucher auf den Job bewerben dürfen. Auch Gelegenheitsraucher sind unerwünscht.

Das Jobprofil bei der Lotus Beauty GmbH. (Bild: Screenshot lotus-spa.ch)

Das Jobprofil bei der Lotus Beauty GmbH. (Bild: Screenshot lotus-spa.ch)

Die Beautysalon-Geschäftsführerin Sonja Küffer hat sich inzwischen auf «FM1today» zu Wort gemeldet: Sie habe nichts gegen Raucher. Trotzdem habe sie seit je nur Mitarbeiter eingestellt, die Nichtraucher sind. «Würde ich heute Raucher einstellen, müsste ich übermorgen mein Geschäft schliessen». Der Grund dafür sei einfach, sagt Küffer. «Es geht hier um den Kunden. Keiner möchte eine Gesichtsbehandlung mit Fingern, die nach Rauch riechen.» Deshalb sei das umstrittene Stelleninserat ihrer Meinung nach nicht diskriminierend, sondern Standard in der Beautybranche, sagt sie gegenüber «FM1today».

Auch in einem Inserat der Zürcher Firma Felfel, die frisches Essen an Arbeitsplätze liefert, wird explizit erwähnt, dass nur Nichtraucher eingestellt werden. Im Anforderungsprofil heisst es: «Felfel ist eine Nichtraucher-Firma, weshalb das Rauchen während der Arbeitszeit nicht erlaubt ist und du nie nach Rauch riechen darfst.»

Das Stelleinserat der Firma Felfel. (Bild: Screenshot felfel.ch)

Das Stelleinserat der Firma Felfel. (Bild: Screenshot felfel.ch)

Gegenüber «FM1Today» sagt das Züricher Startup: «Bei uns wäre Rauchgeschmack absolut fehl am Platz. Mitarbeiter dürfen auch in den Pausen nicht rauchen.» Als Unternehmen müsse man für etwas stehen und bei Felfel sei das nun mal ein gesunder Lebensstil. Lieber werde den Mitarbeitern in den Pausen ein «gesunder Snack» oder ein «cooles Getränk» angeboten.

Die Gewerkschaft Unia kritisiert die Stelleninserate, die sich nur an Nichtraucher richten. Wie «FM1Today» schreibt, sagt der Unia-Mediensprecher: «Es ist Privatsache, ob jemand raucht oder nicht. Natürlich kann man während der Arbeitszeit Regeln aufstellen. Ob aber jemand in der Pause oder in der Freizeit raucht, hat den Arbeitgeber nicht zu interessieren.»

Ob Arbeitgeber ihren Angestellten das Rauchen überhaupt verbieten dürfen, ist unklar. Laut Experten handelt es sich rechtlich wohl um einen Graubereich. Gegenüber dem Ostschweizer Regionalsender sagt Thomas Geiser, Professor für Handelsrecht an der Universität St. Gallen, heikel werde es vor allem, wenn sich nach der Anstellung herausstellt, dass jemand rauche, obwohl das Gegenteil angegeben wurde. «Eine Kündigung aus diesem Grund dürfte missbräuchlich sein.»

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