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Schweizer Energiewende kommt nur langsam voran

Der Strom-Vergleichsdienst myNewEnergy hat zusammen mit dem WWF Schweiz den Standardstrom von 139 Schweizer Energieversorgern untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwar hat sich der Strommix deutlich in Richtung erneuerbare Energien verbessert, allerdings sind nur wenig neue Erneuerbare dazu gekommen.
Ersatz von Hochspannungsleitungen in Rathausen im Kanton Luzern. (Dominik Wunderli (Rathausen, 24. November 2016))

Ersatz von Hochspannungsleitungen in Rathausen im Kanton Luzern. (Dominik Wunderli (Rathausen, 24. November 2016))

Die Zusammensetzung des Stroms sei auf den ersten Blick positiv und habe sich in den letzten Jahren stark verbessert, teilte myNewEnergy am Mittwoch mit. Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Anbieter fast vollständig erneuerbare Standardprodukte eingeführt.

Allerdings sei der Anteil an neuen erneuerbaren Energien - Solar-, Wind- oder Biomassestrom - seit 2014 in den Standardprodukten nur minimal gestiegen: von 1,4 auf 2,2 Prozent. Genau diese sind laut dem Vergleichsdienst aber für eine echte Energiewende notwendig. Die vergebene Note liegt damit im Durchschnitt unter 4,4. "Erst ab einer Note von 5,5 haben die Produkte erhöhte Anteile Solar- und Windstrom."

Bestehender Wasserstrom verkauft

Die Verbesserung des Strommixes erfolge meist durch den Verkauf des bestehenden Wasserstroms und nicht durch einen Wandel des Produktionsmixes.

Der Vergleichsdienst vermutet, dass sich Grosskunden seit der Teilliberalisierung des Strommarkts mit billigem Graustrom eindecken und so genug Zertifikate übrig bleiben, um die Standardkunden mit Wasserstrom zu versorgen. Da der Wasserstrom jedoch mehrheitlich aus jahrzehntealten Wasserkraftwerken stamme, trage er wenig zur Energiewende bei, kritisiert myNewEnergy.

Für den Vergleichsdienst ist daher klar: Verbraucher, die die Energiewende wirklich vorantreiben wollen, sollten weiterhin auf sehr gut bewertete Ökoprodukte oder gleich auf ein reines Solarstromprodukt setzen.

sda

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