Schweizer Armee klaut Wasser in Frankreich

Für die Schweizer Armee kam die jüngste Hitzewelle gerade recht. Sie zeigte ihren Kritikern, worin ihre Aufgabe in einer von zunehmender Trockenheit geprägten Zukunft liegen könnte: Für über 20 000 durstige Kühe stellte sie vergangene Woche im Waadtländer Jura Wasserbecken auf.

Tobias Bär
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Für die Schweizer Armee kam die jüngste Hitzewelle gerade recht. Sie zeigte ihren Kritikern, worin ihre Aufgabe in einer von zunehmender Trockenheit geprägten Zukunft liegen könnte: Für über 20 000 durstige Kühe stellte sie vergangene Woche im Waadtländer Jura Wasserbecken auf. Die Wasserknappheit hatte die Tiere, von denen ein jedes zwischen 100 und 150 Liter pro Tag benötigt, dürsten lassen.

Das Zeug zum Wasserkrieg

Das Wasser würde aus dem Lac de Joux, dem Neuenburgersee und dem Genfersee herbeigeflogen, hiess es damals. Doch am vergangenen Donnerstag staunten dann die Badegäste am Lac des Rousses im grenznahen Frankreich nicht schlecht: Mehrmals tauchten Schweizer Armeehelikopter des Typs Super Puma auf und stahlen das Wasser, in dem sie sich gerade von der Gluthitze abzukühlen gedachten. Der Wasserklau fand den Weg in die Westschweizer Medien. «Ce n'est pas normal», echauffierte sich der Bürgermeister von Rousses gegenüber «20 Minutes». Selbst der britische «Telegraph» berichtete über die Affäre, die das Zeug habe, den «unwahrscheinlichsten aller Wasserkriege» zu entfachen.

Falsch interpretiert

Es folgte die Stellungnahme der Armee: Die Piloten hätten angefragt, ob sie auch bei den Franzosen Wasser entnehmen dürften, um Zeit zu sparen. Über den Schweizer Verteidigungsattaché in Paris habe man um eine Überflugsbewilligung ersucht. Die folgende «Notification» der französischen Luftzentrale sei sei dann fälschlicherweise als Freipass für die Wasserentnahme interpretiert worden. Man bitte die Behörden und die Feriengäste «in aller Form um Entschuldigung».