Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Schweizer Ärzte besorgt über Abtreibung weiblicher Föten

In Indien und China fehlen Millionen von Frauen. Der Grund: Viele Eltern lassen weibliche Föten abtreiben, weil sie unbedingt einen männlichen Stammhalter wollen. Das Problem der Geschlechterselektion ist nicht auf Asien beschränkt: Auch in der Schweiz werden Ärzte damit konfrontiert
Klare ethische Regeln zur Geschlechterselektion existieren in der Schweiz nicht. (Bild: Keystone/Archiv)

Klare ethische Regeln zur Geschlechterselektion existieren in der Schweiz nicht. (Bild: Keystone/Archiv)

In Indien und China fehlen Millionen von Frauen. Der Grund: Viele Eltern lassen weibliche Föten abtreiben, weil sie unbedingt einen männlichen Stammhalter wollen. Das Problem der Geschlechterselektion ist nicht auf Asien beschränkt. Auch in Armenien oder Albanien kommen übernatürlich viele Knaben zur Welt. Gemäss Recherchen unserer Zeitung werden auch Ärzte in der Schweiz immer wieder mit dem Wunsch konfrontiert, das Geschlecht möglichst früh bekannt zu geben, um den Fötus straffrei abtreiben zu können, sollte es sich um ein Mädchen handeln. Die Forderungen stammen meist von Familien, die einer Kultur mit patriarchalischer Prägung entstammen.

Tests erkennen immer mehr
"Ich habe mehrere Elternpaare erlebt, die mit dem klaren Willen zur Geschlechterselektion zu uns in die Pränataldiagnostik kamen", sagt Thomas Eggimann, Chefarzt der Frauenklinik Münsterlingen. "Wir haben das stets abgelehnt und haben uns nicht nur Freunde geschaffen." Das Problem könnte sich mit neuen Methoden der Pränataldiagnostik noch verschärfen. In Deutschland dürfen die Ärzte das Geschlecht des Kindes deshalb nicht mehr vor der 13. Schwangerschaftswoche bekannt geben. Eine solche Bestimmung fehlt in der Schweiz bisher.

Schärfere Strafen
Es brauche nun klare ethische Regeln für Ärzte, fordert die ehemalige SP-Nationalrätin Doris Stump. Experten des Bundes schlagen derweil schärfere Strafbestimmungen vor, um generell den missbräuchlichen Einsatz von Pränataldiagnostik und Gentests zu sanktionieren.
Jürg Ackermann

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 24. August.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.