Brand in Moria
Schweiz liefert 1,2 Tonnen Hilfsgüter und will 20 unbegleitete Minderjährige aufnehmen

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria liefert der Bund Hilfsgüter nach Griechenland. Die Schweiz hat zudem die Aufnahme von 20 unbegleiteten Minderjährigen in Aussicht gestellt.

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(dpo) Die Schweiz zeigt sich nach dem verheerenden Grossbrand im Flüchtlingslager Moria über die Entwicklung auf der Insel Lesbos «besorgt», wie es in einer Mitteilung vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag heisst. Der Bund verfolge die Situation laufend und stehe in engem Kontakt sowohl mit Griechenland als auch der EU. Dabei stehe derzeit vor allem die humanitäre Hilfe vor Ort im Vordergrund.

Demnach wird laut Mitteilung das EDA rund eine Tonne Hilfsmaterial nach Griechenland liefern. Ein Flugzeug mit Schlafsäcken, Schlafmatten, Wasserkanistern und anderen Hilfsgütern an Bord soll am Freitagnachmittag nach Athen abfliegen. Zudem hat das Aussendepartement gemäss eigenen Angaben bis zu einer Million Franken für die humanitäre Hilfe bereitgestellt.

Bilder des Brands im Flüchtlingslager von Moria:

Das Lager wurde ein Raub der Flammen.
15 Bilder
Die Container der Flüchtlinge brannten aus.
Fast das gesamte Lager brennt.
In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von Winden mit bis zu 70 Stundenkilometern.
Menschen auf der Flucht.
Zuletzt leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12 600 Flüchtlinge und Migranten - bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.
Ein Feuerwehrmann in Moria.
Menschen in Moria.
Diese Flüchtlinge sammelten sich auf einer Brücke, um den Flammen zu entkommen.
Ein Teil des Lagers in Schutt und Asche.
Flüchtlinge vor einem verlassenen Haus.
Viele Flüchtlinge wurden evakuiert.
Flüchtlinge versuchten den Hafen von Mytilini zu erreichen. Die Polizei blockierte Strassen.
Unterwegs, auf der Flucht vor den Flammen.
Unterwegs, auf der Flucht vor den Flammen.

Das Lager wurde ein Raub der Flammen.

Panagiotis Balaskas / AP

Bund erteilt Absage an aufnahmewillige Städte

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) habe wiederum die Aufnahme von 20 unbegleiteten Minderjährigen in Aussicht gestellt. Damit reagierte das SEM gemäss Mitteilung auf eine informelle Anfrage aus Deutschland, das den EU-Rat präsidiert.

Die Stadt Zürich hat zuvor den Bund dazu aufgefordert, eine nationale Konferenz einzuberufen und die Direktaufnahme der geflüchteten Menschen konkret umzusetzen. Ausserdem haben sich mehrere Städte bereit erklärt, zusätzliche Geflüchtete aufzunehmen.

Doch Justizministerin Karin Keller-Sutter erteilte den Städten eine Absage. «Es ist nicht möglich, dass die Städte direkt Personen aufnehmen können», sagte sie gegenüber der SRF-«Tagesschau» am Donnerstag. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, denn im Asylverfahren kämen die Personen über den Bund in die Schweiz.

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