Schwangerschaftsabbrüche bei Jugendlichen rückläufig

Seit 2004 ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche insgesamt etwa konstant geblieben. Bei Jugendlichen hingegen geht sie kontinuierlich zurück.

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bern. Gemäss den gestern vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Zahlen wurden 2010 in der Schweiz 11 092 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, etwas mehr als 2009 mit 10 681 Abbrüchen. Die Zahl ist seit 2000 von über 12 000 auf rund 11 000 pro Jahr (seit 2004) gesunken. Seit 2004 gibt es pro 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren im Schnitt 7 Abbrüche.

4 Prozent der Abbrüche betrafen im Ausland wohnhafte Frauen. Werden nur die Frauen mit Wohnsitz in der Schweiz berücksichtigt, ergibt sich eine Rate von 6,8 Abbrüchen pro 1000 Frauen, was etwa im mehrjährigen Mittel liegt.

Weniger Teenager-Mütter

Bei den 15- bis 19-Jährigen ist die Schwangerschaftsabbruchsrate pro 1000 Frauen von 5,5 im Jahr 2007 auf 4,5 im Jahr 2010 zurückgegangen. Auch haben weniger Teenager-Mütter Kinder geboren. Wie bereits in den Jahren zuvor betraf rund 1 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche junge Frauen unter 16 Jahren. Knapp ein Viertel der Eingriffe wird bei Frauen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren vorgenommen. Hier liegt die Rate bei 10,4 Abbrüchen pro 1000 Frauen. Diese Rate nimmt stetig ab, je älter die Frauen werden. Werden nur Frauen mit Wohnsitz in der Schweiz (96 Prozent der Fälle) berücksichtigt, wurde 2010 die Hälfte der Schwangerschaftsabbrüche bei Ausländerinnen vorgenommen. Dies entspricht einer Rate von 10,8 Abbrüchen pro 1000 Frauen ausländischer Nationalität – gegenüber 4,3 Eingriffen pro 1000 Schweizerinnen.

Vergleichsweise niedrige Rate

Seit Jahren werden in der Genferseeregion die höchsten Abbruchraten verzeichnet – rund 10 pro 1000 Frauen. Die Zentral- und die Ostschweiz weisen dagegen die niedrigsten Raten auf.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die in der Schweiz registrierte Rate der Schwangerschaftsabbrüche niedrig. In Frankreich etwa liegt sie bei den 15- bis 44-Jährigen bei 16,8 pro 1000 Frauen, in Italien bei 10,3 und in Deutschland bei 7,1.

Das Stimmvolk hiess 2002 die Einführung der Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch gut. Eine am Montag eingereichte Volksinitiative aus christlich- konservativen Kreisen will nun, dass Abtreibungen künftig nicht mehr von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden. Damit soll die Zahl der Abtreibungen gesenkt werden. (sda)

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