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Glosse

Schäfli ungeschoren: UBS auf der Anklage-Bank

Hard Call für die UBS: Die Bank hat vor den französischen Richtern keinen Bonus.
Roland Schäfli

Dies ist die Satirekolumne der «Ostschweiz am Sonntag» (OaS). Die ganze Ausgabe der OaS lesen Sie hier.

Die UBS steht in Paris wegen Steuerbetrugs vor Gericht. Sie soll Geld für reiche Franzosen gewaschen haben. Vertreten wird sie von Milieuanwalt Valentin Landmann. Das Gerichtsprotokoll.

Richter: «Die französische UBS-Tochter ist angeklagt, 11 Milliarden Euro am Fiskus vorbeigeschmuggelt zu haben. Wie plädieren Sie?»

Verteidiger: «Wir plädieren auf Vorverurteilt, hohes Gericht.»

Ankläger: «Pah! Das ist so überraschend wie die Kandidatur von Karin Keller-Sutter!»

Richter: «Vertreten Sie sonst nicht die harten Jungs aus dem Milieu, Herr Landmann?»

Verteidiger: «Eben. Die UBS-Jungs sind sozusagen die Hell’s Angels des Bankenmilieus. Die Anklage ist nicht verfassungsmässig. Meine Mandantin ist gar nicht in der Verfassung dazu! Ich lenke die Aufmerksamkeit des hohen Gerichts auf die UBS-Tochter auf der Anklage-Bank: Sehen Sie sich diese Unschuld vom Lande an. Rein wie der weisse Schnee von Zürich.»

Ankläger: «Sie ist mündig und schuldfähig. Oder ist die Tochter etwa unehelich?»

Verteidiger: «Für wen hält uns der Herr Ankläger, für Beat Villiger?»

Ankläger: «Mit Genehmigung des Bundesrats haben wir einen Sozialdetektiv auf die UBS angesetzt. Im Observierungsbericht steht: Obwohl die UBS vor 10 Jahren vom Bund 60 Milliarden Staatshilfe bezog, weil sie stolperte und als Teilinvalider eine Gehhilfe nötig hatte, machte unsere Drohne Aufnahmen, wie sie an einer Party einen Balztanz vor reichen Franzosen aufführt. Keine Spur von einem finanziellen Unfall

Verteidiger: «Spekulativ! Meine Mandantin hat an besagter Party lediglich mit Blue Chips gespielt und ein paar Genussscheine verteilt. Und da es sich um eine Silvester-Party handelte, ist die verjährte Schuld amortisiert!»

Richter: «38‘000 Franzosen haben an der Party an einem Versteckspiel teilgenommen. Wie erklären Sie das?»

Verteidiger: «Was die Franzosen ja selbst Cherchez-la-femme nennen.»

Richter: «Wie ist die Summe von 11 Milliarden zu erklären?»

Verteidiger: «Kontoführungsgebühren, Euer Ehren! Wie bei einem Abo der Swisscom wird das Konto automatisch gewechselt und kann dann etwas teurer werden.»

Ankläger: «Sie waren wohl zu lange in der Cannabis-Village der Olma?! Sind das Lachappelle?»

Ankläger: «Wenn andere ein Bild schreddern, ist‘s eine Kunstaktion. Wenn wir einen Beleg schreddern, kommt gleich der Meili.»

Ankläger: «Hohes Gericht, genau wie das Schweizer Fernsehen scheint diese Bank zu glauben, sie könne bei jeder Panne einfach einblenden: Es geht gleich weiter. Um dann immer genau gleich weiter machen!»

Verteidiger: «Jetzt halten Sie mal die Klappe, die steht ja wie die Brandschutzklappe im AKW Gösgen ständig offen! Ich rufe die schwere Kindheit meiner Mandantin in Erinnerung. Schon als kleine Wäscherei musste sie schwer arbeiten. Sie war ein richtiges Schlüsselkind…»

Ankläger: «Irrelevant! Mit dieser Diversifikation will die Verteidigung von der wahren Bilanz ablenken!»

Richter: «Stattgegeben. Ihr Schlussplädoyer, Herr Verteidiger.»

Verteidiger: «Ich knie vor Ihnen auf dem Bondfloor, Euer Ehren. Ich beantrage Streichung aus der Buchhaltung. Unsere Futures liegen in Ihrer Hand.»

Richter: «Wir können die Busse auf 5 Milliarden fixen, und wird nicht innert 30 Tagen bezahlt, folgt zusätzlich die Verzeigung. Möchte Ihre Mandantin zu diesem Cash-Settlement noch etwas sagen?»

UBS: «Deal!»

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