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SBB suchen Alternative zu Glyphosat

Die SBB wollen in Zukunft auf das umstrittene Pestizid Glyphosat verzichten. Sie suchen derzeit nach Alternativen, wie sie Unkraut auf den Bahntrassen bekämpfen können. Eine einfache Lösung ist jedoch noch nicht in Sicht.
Maja Briner
Neben den Gleisen dürfen aus Sicherheitsgründen keine Pflanzen wachsen. (Bild: SBB (Erstfeld, 14. August 2017))

Neben den Gleisen dürfen aus Sicherheitsgründen keine Pflanzen wachsen. (Bild: SBB (Erstfeld, 14. August 2017))

Nicht nur Bauern setzen den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat ein, sondern auch Bahnbetreiber wie die SBB. Sie müssen aus Sicherheitsgründen das Unkraut bei den Gleisen entfernen: Pflanzen im Schotterbett können die Stabilität der Gleise gefährden. Das einzige Pestizid, das die Bahnbetreiber heute im Gleisbereich einsetzen dürfen, ist ausgerechnet Glyphosat. Der Wirkstoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Nun suchen die SBB nach einem Ersatz: «Im Kontext der kontroversen Diskussion um Glyphosat haben sich die SBB das Ziel gesetzt, bis spätestens 2025 auf den Einsatz von Glyphosat bei der Vegetationsregulation zu verzichten», schreibt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage.

Die SBB verbrauchten in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben jeweils rund 2 Tonnen Glyphosat. Das entspricht rund einem Prozent des Schweizer Absatzes. Die SBB betonen, dass sie das Herbizid zurückhaltend einsetzen: Mit tragbaren Geräten werde es gezielt auf einzelne Pflanzen gesprüht. Zum Schutz des Grundwassers darf es zudem mancherorts nicht eingesetzt werden. So schreibt es der Bund vor.

Grüner Teppich oder heisses Wasser

Die Suche nach Alternativen zu Glyphosat ist jedoch offensichtlich schwierig. Die Fachleute der SBB gehen momentan nicht davon aus, dass ein anderes Produkt Glyphosat ersetzen kann. Derzeit prüfen die SBB daher zusammen mit anderen Bahnen verschiedenste Möglichkeiten. Eine davon wäre ein sogenannter grüner Teppich: Neben den Gleisen sollen gezielt Pflanzen gesetzt werden, die sich nicht in die Fahrbahn oder Böschung ausbreiten und wenig Unterhalt brauchen. Noch offen ist, ob es überhaupt Pflanzen gibt, die diese Bedingungen erfüllen.

In einem anderen Versuch wollen die SBB das Unkrautproblem quasi an der Wurzel anpacken – mit Baumaterialien, die den Pflanzenwuchs hemmen. In Zusammenarbeit mit anderen europäischen Bahnen wird zudem getestet, ob das Unkraut mit Strom vernichtet werden könnte. Auch mit heissem Wasser laufen Versuche. Möglich wäre theoretisch auch, die Pflanzen abzufackeln. Die SBB haben dies aber verworfen, weil die Methode viel Energie verbraucht und eine schlechte Wirkung aufweist.

Verbot als Damoklesschwert

Die SBB suchen nicht ganz freiwillig nach einer Alternative – denn es ist unklar, wie lange Glyphosat überhaupt noch eingesetzt werden darf. Die EU-Staaten hatten vergangenen November erst nach langem Streit beschlossen, die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern. Auch in der Schweiz wurde über ein Verbot diskutiert, der Bundesrat lehnte das jedoch ab. Laut Bund ist es unwahrscheinlich, dass Glyphosat über die Ernährung ein Krebsrisiko für den Menschen darstellt.

Druck kommt jedoch auch aus der Bevölkerung: In der Schweiz sind in diesem Jahr gleich zwei Initiativen eingereicht worden, die sich gegen den Pestizid-Einsatz richten. Eine davon fordert, dass in der Landwirtschaft und in der Boden- und Landschaftspflege alle synthetischen Pestizide verboten werden.

Auch die Landwirtschaft ist angesichts dieser Diskussionen auf der Suche nach Alternativen zu Glyphosat. Bereits etabliert sei die mechanische Unkrautbekämpfung, sagt David Brugger, Leiter Pflanzenbau beim Schweizer Bauernverband. Getestet werde unter anderem auch die Unkrautvernichtung mit Strom. Diese wirke aber noch nicht zuverlässig. Brugger ist indes zuversichtlich: «Für die kommenden Jahre wird mit vielen Innovationen gerechnet.»

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