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SBB-Chef Andreas Meyer: «Ich trage als CEO die gesamte Verantwortung, auch in schwierigen Zeiten»

Nach dem tödlichen Unfall Anfang August reagiert der Bund: Die SBB müssen ihre Abläufe extern unter die Lupe nehmen lassen. SBB-Chef Andreas Meyer nimmt im Interview Stellung zu den Problemen.
Maja Briner
Unter Druck: SBB-Chef Andreas Meyer zeigte sich überrascht über die Anzahl Mängel, die bei einer Sonderkontrolle ans Licht kamen. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Unter Druck: SBB-Chef Andreas Meyer zeigte sich überrascht über die Anzahl Mängel, die bei einer Sonderkontrolle ans Licht kamen. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die SBB haben seit der Einführung der Sonderkontrolle am 12. August insgesamt 512 Mängel bei 384 kontrollierten Zügen und 1536 Türen entdeckt.

Das Bundesamt für Verkehr BAV hat eine externe Überprüfung angeordnet. Ist das ein Misstrauensvotum gegen die SBB?

Andreas Meyer: Nein, das ist ein normaler Vorgang nach einem solchen tragischen Unfall. Ein externes Audit ergänzt die Massnahmen, die wir bereits getroffen haben. Wir sind erleichtert, dass das BAV diese als richtig erachtet. Sonst hätten wir die ganze Flotte der Einheitswagen IV aus dem Betrieb nehmen müssen.

Seit Januar ist Simonetta Sommaruga Verkehrsministerin. Hat das BAV deswegen härter reagiert?

Nein. Das BAV nimmt seine Aufgabe genauso ernst wie wir unsere auch. Ich finde die Anordnungen des BAV – die ja auf unseren Fakten beruhen – angemessen. Wir wollen alle dazu beitragen, dass sich ein solch tragischer Unfall nicht wiederholt.

Die SBB haben bei einer Prüfung viele Mängel entdeckt. Wurden Fehler gemacht bei der Instandhaltung?

Bei der Sonderkontrolle sind tatsächlich mehr Mängel ans Licht gekommen, als wir erwartet haben. Jetzt müssen wir schauen, wieso das so ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an den Mitarbeitenden liegt. Diese machen ihre Arbeit sehr sorgfältig. Wir waren nach dem Unfall in einem solchen Werk. Die Instandhaltung geschieht nach klaren Anweisungen. Wir müssen überprüfen, ob diese beim betroffenen Zugstyp Einheitswagen IV angepasst werden müssen.

Sie lassen die Wirkung von Sicherheitsmeldungen extern untersuchen. Weshalb?

Weil es uns stört, dass Mitarbeitende sagen, die SBB gingen diesen Meldungen nicht genügend nach. Das ist eine Vertrauensfrage. Wir haben festgestellt, dass Mitarbeitende auf gemeldete Mängel teils keine ausreichende Rückmeldung bekommen haben.

In letzter Zeit gab es mehrere Pannen, die Weltwoche fordert Ihren Rücktritt. Was sagen Sie dazu?

Ich trage als CEO die gesamte Verantwortung, auch in schwierigen Zeiten. In einem grossen Betrieb wie den SBB geschehen auf allen Ebenen immer wieder Fehler, das ist normal. Wir haben momentan aber tatsächlich eine angespannte Betriebslage. Wir hätten nie gedacht, dass wir den Einheitswagen IV so lange im Einsatz haben. Das hängt auch mit der Verzögerung der FV Dosto zusammen. Zudem haben wir sehr viele Events, etwa das Schwingfest, und gleichzeitig viele Baustellen. Das ist eine riesige Herausforderung, auch weil wir zum Teil nicht genug Lokführer haben. Ich bin aber überzeugt, dass sich die Situation Schritt für Schritt normalisieren wird.

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