Salzkorn
Die Ausserrhoder Chläuse sind nicht mehr, was sie einmal waren

Der Widerstand gegen die Coronamassnahmen bröckelt jetzt sogar in Appenzell Ausserrhoden.

Stefan Schmid
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Corinne Bromundt

Einst nahmen sie das mit diesem Virus locker im Ausserrhodischen. Die Krankheit schlägt überall zu, nur nicht hier, dachten sie.

Rebellisch wurde in Schwellbrunn Hochzeit gefeiert, getanzt und gelacht und der Enthaltsamkeit gebietenden Obrigkeit die lange Nase gezeigt.

Derlei Ungehorsam schien sich an Silvester zu wiederholen und den Ruf Ausserrhodens als Widerstandsnest der Coronarebellen zu festigen.

Trotz Verbots der Behörden kündigten die Silvesterchläuse an, ihre Traditionsmärsche zu Ehren des neuen Jahres unbeirrt durchzuführen. Doch daraus wurde nichts. Wie Recherchen vor Ort ergaben, traute sich nur gerade ein einziger Maskierter frühmorgens aus dem Haus und zauerte alleine vor sich hin.

Nun gut, wie wir wissen, feiert man im Ausserrhodischen ja zweimal Silvester. Vielleicht sparen sich die Chläuse ihren Akt des zivilen Ungehorsams für den 13. Januar auf, wenn der alte Silvester zelebriert wird. Tun sie es nicht, wissen wir immerhin: Selbst die Ausserrhoder Chläuse sind nicht mehr, was sie einmal waren.