SALZKORN
Der Kluge fährt im Thurbo Zuge

Nehmen Sie ja nicht den Eurocity nach Zürich. Es lohnt sich nicht.

Stefan Schmid
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Corinne Bromundt

Der Kluge fährt im Zuge, lautete in den 1950er Jahren ein kecker Werbeslogan der Schweizerischen Bundesbahn. Heute wissen wir: Das gilt nur für die Passagiere in den Thurbo-Regionalzügen.

Wer zum Beispiel von Gossau nach Wil muss, kommt mit dem Thurbo flott voran. Steht keine Kuh auf dem Gleis, hat das Bähnli freie Fahrt.

Ganz anders das Reiseerlebnis im Eurocity: Wer etwa in St. Gallen in den verspäteten Zug aus München steigt, kommt in den Genuss einer Entschleunigungstherapie erster Güte. Der Grund: Der Eurocity bezahlt weniger fürs Bahntrasse als der Thurbo. So hat letzterer im Verspätungsfall immer Vortritt und schneidet dem internationalen Reisezug den Weg ab.

Der Eurocity tuckert dergestalt – immer hinter dem am nächsten Bahnhof haltenden Thurbo abbremsend – runter nach Züri. Anstatt den versprochenen 3,5 Stunden dauert die Fahrt zwischen der bayrischen und der Schweizer Metropole fünf Stunden. Und die Moral von der Geschicht? Der Kluge fährt nur im Thurbo Zuge. Denn der Thurbo ist ein kluger Zuge.