Ruth Genner wird Zürcher Stadträtin

Zürich. Mit mehr als doppelt so vielen Stimmen wie SVP-Mann Mauro Tuena ist gestern die grüne National- rätin Ruth Genner in den Zürcher Stadtrat gewählt worden. Sie übernimmt den Sitz der abtretenden Parteikollegin Monika Stocker.

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Ruth Genner war als Favoritin zur Ersatzwahl angetreten. Mit 48 895 Stimmen lag sie deutlich über dem absoluten Mehr von 40 607 Stimmen, das Tuena mit 23 276 Stimmen bei weitem verpasste. Die Stimmbeteiligung lag bei 37,6 Prozent. Sie habe nicht erwartet, dass das Ergebnis so klar ausfallen würde, sagte Genner gestern.

Rücktritt aus Nationalrat

Noch in der laufenden Session werde sie ihren Rücktritt aus dem Nationalrat bekanntgeben, sagte Genner. Gleichzeitig im Zürcher Stadtrat und in Bern zu politisieren ist nicht zulässig.

Die 52jährige Genner tritt die Nachfolge Monika Stockers an, die seit 1994 der Stadtregierung angehört. Nachdem die Medien einzelne Fälle von Missbräuchen in der Sozialhilfe publiziert hatten, wurde Stocker stark angegriffen. Im Februar kündigte sie ihren Rücktritt auf Ende Juli an.

Dass Genner allerdings Stockers Sozialdepartement übernimmt, ist unwahrscheinlich. SP-Stadtrat Martin Waser, heute Vorstand des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes, hat bereits sein Interesse an einem Wechsel angemeldet. Damit hatte er im Wahlkampf Genners Kontrahenten, Mauro Tuena, viel Wind aus den Segeln genommen. Der 36jährige Tuena war nämlich angetreten, um in Stockers Sozialdepartement «aufzuräumen».

SVP seit 1990 ohne Stadtratssitz

Somit scheiterte der sechste Versuch, den 1990 verlorenen Stadtratssitz wieder zurückzuholen. Dies, obwohl die SVP in der Stadt Zürich heute mit 18,4 Prozent Wähleranteil zweitstärkste Kraft hinter der SP ist. Die Zusammensetzung der Stadtregierung bleibt damit unverändert. Die SP verfügt über vier Sitze, die FDP über drei, CVP und Grüne haben je einen Sitz. (sda)

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