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RUNDUMSCHLAG: "Senil", "Vollidioten": FDP-Kadermann schiesst auf Facebook gegen Blocher und die SVP

Ein Vorstandsmitglied der FDP Schweiz nennt die SVP eine «nationalsoziale Abschotterpartei» und bezeichnet Christoph Blocher als «senil». Nach dem Post krebst er zurück. Und schweigt.
Kilian Küttel
Screenshot aus dem Chatverlauf auf Facebook, der mittlerweile gelöscht wurde.

Screenshot aus dem Chatverlauf auf Facebook, der mittlerweile gelöscht wurde.

Die Emotionen kochen nicht nur im Parlament oder am Stammtisch hoch. Auch in den sozialen Medien kommt es immer wieder zu verbalen Aussetzern. Jüngstes Beispiel: Beat Schlatter, Namensvetter eines bekannten Komikers und Mitglied im Vorstand der FDP Schweiz. Auf seinem Facebook-Profil schiesst er heftig gegen die SVP und deren Übervater Christoph Blocher. «Sie sind und bleiben eine national-soziale Abschotterpartei mit unglaublich kurzdenkerischem Gedankengut», schreibt er. Und sagt weiter, die SVP sei ein Haufen nationaler sozialistischer Vollidioten, welche einem senilen Deppen nachliefen, der seiner Tochter eine Fahnenübergabe aufzwinge.

Das sitzt. Doch wieso dieser harsche Ton? Schlatter, der nebst seinem FDP-Posten eine leitende Position beim VBS innehat, reagierte auf ein Interview Blochers in der «Sonntagszeitung». Der 77-jährige Altbundesrat weibelte darin gegen das geplante EU-Rahmenabkommen. Und kritisierte FDP-Aussenminister Ignazio Cassis scharf. Über den Tessiner Magistraten sagte Blocher: «Hätten wir 1939 einen solchen Bundesrat gehabt, hätte sich die Schweiz rasch dem Dritten Reich angeschlossen.»

Parteiinterne Konsequenzen könnten drohen

Blochers Nazikeule traf Schlatter offenbar derart empfindlich, dass er zum verbalen Rundumschlag ausholte. Welchen er abschloss mit: «Ich mag mir nach vielen Jahren des Zuschauens diesen kognitiven Scheiss nicht mehr antun.»

Die Einträge veröffentlichte Schlatter am Sonntag auf seinem Facebook-Profil. Dieses ist mittlerweile gelöscht, die Posts sind nicht mehr auffindbar. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter krebst Schlatter tags darauf zurück: «Auf meinem Facebook-Account ist offenbar etwas sehr schiefgelaufen. Ich entschuldige mich für die Wortwahl und mögliche Verunglimpfungen. Was dort steht, tut mir leid.» Gleichzeitig hat Schlatter auch die Parteileitung über seine markigen Äusserungen in Kenntnis gesetzt. Martin Stucki, Kommunikationsleiter der FDP Schweiz, sagt auf Anfrage unserer Zeitung: «Er hat sich bei der Parteileitung gemeldet und sich für sein Verhalten entschuldigt.» Ob dem VBS-Mitarbeiter parteiinterne Konsequenzen drohen, werde nun abgeklärt, so Stucki. Beat Schlatter selber nimmt nicht weiter Stellung zum Geschehenen. Auf Twitter schreibt er: «Anfragen werden keine beantwortet.»

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