Rückenwind für Grasexperiment

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Cannabisstudie Nach dem Nein des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Cannabisstudie der Universität Bern nimmt das Parlament nun die Zügel in die Hand: Gestern wurden im ­Nationalrat vier gleichlautende Motionen eingereicht, unterzeichnet von insgesamt 101 Nationalräten. Urheber der Vorstösse waren Regine Sauter (FDP/ZH), Kathrin Bertschy (GLP/BE), Regula Rytz (Grüne/BE) und Angelo Barrile (SP/ZH). Die Studie, die Konsum- und Kaufverhalten untersuchen wollte, war vom BAG als gesetzeswidrig bezeichnet worden, weil es sich dabei um Cannabiskonsum zu nichtmedizinischen Zwecken handelt.

Die Motionen fordern die Schaffung eines sogenannten Experimentierartikels im Betäubungsmittelgesetz, dank dem besagte oder ähnliche Studien doch durchgeführt werden könnten. Die Städte Luzern, Bern, Biel und Zürich, die an der Studie teilnehmen wollten, unterstützen das Vorgehen der Bundespolitiker. «Die heutige Regelung zum Cannabiskonsum ist unbefriedigend», sagt FDP-Nationalrätin Regine Sauter. «Dass Politiker aus so vielen Parteien bei diesem Vorstoss mitziehen, zeigt das grosse Unbehagen, das in Bezug auf ein Verbot herrscht, das nicht funktioniert.» Es müssten Wege gefunden werden, um den Markt zu regulieren und den Schwarzmarkt zu beseitigen, so Sauter. Dafür brauche es aber zunächst Erkenntnisse aus solchen Studien. (bev)

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