Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Nach Protesten vor Grossbanken: Rotgrüne Städte lassen Klima-Aktivisten schmoren

Bank-Blockierer müssen eine weitere Nacht in Haft verbringen. Die UBS behauptet, sie hätten Kot und Urin hinterlassen.
Pascal Ritter
Polizisten räumen die Blockade der Aktivisten vor der UBS am Aeschenplatz in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Polizisten räumen die Blockade der Aktivisten vor der UBS am Aeschenplatz in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Sie ketteten sich an, bauten Barrikaden oder bildeten Menschenketten. Klima-Aktivisten hielten am Montag und Dienstag die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS und die Polizei in Zürich und Basel auf Trab. Ziel Ihrer Aktion: Klimaschädliche Investitionen der Grossbanken anprangern. Die Reaktionen fielen heftig aus. Die Banken reichten Anzeigen unter anderem wegen Hausfriedensbruch, Nötigung und Sachbeschädigung ein.

Die Polizei löste die Blockaden auf, legte den Aktivisten Kabelbinder an und transportierte sie ab. Die Mehrheit der rund 90 Aktivisten muss nun schon die zweite Nacht in der Zelle verbringen. «Das ist ein neues Level an Repression», sagte eine Sprecherin von der Organisation Climate Justice, die hinter dem Protest steht. Die Umweltorganisation Greenpeace, die ebenfalls an der Aktion beteiligt war, kritisierte, dass sie «wie Verbrecher» behandelt würden.

Am Dienstag protestierten Klima-Aktivisten in Basel erneut vor der Credit Suisse. (Bild: Kenneth Nars)

Am Dienstag protestierten Klima-Aktivisten in Basel erneut vor der Credit Suisse. (Bild: Kenneth Nars)

Grüne Polizeivorsteherin verantwortlich für Polizeieinsatz

Dass die Aktivisten auf mehr Milde hoffen, hat auch mit der Symbolpolitik von Städten und Kantonen zu tun. Basel war die erste Schweizer Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat. Die Eindämmung des Klimawandels wurde vom Parlament des Stadtkantons als prioritär eingestuft. In Zürich beschloss der Gemeinderat (Parlament), den CO2-Ausstoss bis ins Jahr 2030 auf netto null zu reduzieren. Die Polizei, welche die Aktivisten verhaftete, untersteht zudem der Grünen Karin Rykart. Zurzeit schliessen sich laufend mehr Städte der symbolischen Forderung des Klimanotstandes an.

Am Montag verabschiedete das Stadtparlament in Winterthur eine entsprechende Forderung. Ende Juni hatte bereits der Kanton Luzern den Klimanotstand erklärt. Und im Mai hatte gar das bürgerlich dominierte Parlament von Wil SG eine entsprechende Vorlage gutgeheissen. Allerdings erst, nachdem das Ziel von null CO2-Ausstoss durch einen Änderungsantrag auf das Jahr 2050 verschoben worden war.

Auch die in Kritik geratenen Banken betonen in letzter Zeit ihr ökologisches Bewusstsein. So kündigte die UBS praktisch gleichzeitig mit den Protesten vor dem eigenen Haus an, in Zukunft Kaffeebecher aus Karton und Salatbesteck aus Plastik aus ihren Büros zu verbannen. Allerdings sind solche Massnahmen kaum geeignet, die Klimajugend zu beruhigen.

Hinterliessen Aktivisten Kot und Urin vor der UBS?

Der Kritik an klimaschädlichen Investitionen hält die Credit Suisse entgegen, sie erarbeite Strategien, wie sie Kunden beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaschonenden Wirtschaft unterstützen könne. Die UBS schreibt, man finanziere keine neuen Kohlenkraftwerke.

«Tatsache ist, dass wir unsere Finanzierung von Firmen, die das Klima negativ belasten, stark zurückgefahren haben».

UBS-Sprecher Igor Moser sagt, dass unter anderem Sachbeschädigungen zum Entscheid geführt hätten, die Blockade räumen zu lassen.

«Die Wände wurden besprayt. Zudem hinterliessen die Aktivisten Kot und Urin.»

An den Strafanträgen halte man fest. Eine Sprecherin von Climate Justice weist den Vorwurf der Sachbeschädigung zurück. Es sei lediglich Kohle deponiert worden, was mit Wasser leicht abzuwaschen sei. Aktivisten hätten zudem die zur Verfügung gestellten Toiletten benutzt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft begründete die Haft für 61 Aktivisten mit der grossen Zahl gleichzeitig verhafteter Personen, bei denen einzeln festgestellt werden müsse, ob sie ein Delikt begangen hätten. Zudem machten die Aktivisten von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.