Rot-grüne Regierung, bürgerliches Parlament

Die Waadt hatte in den letzten fünf Jahren (Legislaturperioden dauern wie auch im Nachbarkanton Freiburg etwas länger als anderswo) eine rot-grüne Regierungsmehrheit, aber ein mehrheitlich bürgerliches Parlament.

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Die Waadt hatte in den letzten fünf Jahren (Legislaturperioden dauern wie auch im Nachbarkanton Freiburg etwas länger als anderswo) eine rot-grüne Regierungsmehrheit, aber ein mehrheitlich bürgerliches Parlament. Die siebenköpfige Exekutive setzt sich so zusammen: SP und FDP je drei Sitze, Grüne ein Mandat. Die Übervertretung des linken Lagers erklärt sich durch die Schwäche der SVP. Diese ist seit Jahren in Machtkämpfe und Intrigen verstrickt und brachte es nicht fertig, beim Tod ihres letzten Staatsrates, des populären Jean-Claude Mermoud, einen einigermassen mehrheitsfähigen Kandidaten zu präsentieren. Was von der SP ausgenützt und für den Gewinn eines dritten Sitzes genutzt wurde. Das Missmanagement in der SVP Waadt hinderte allerdings die Blocher-Gegner nicht daran, dieser Partei mit Guy Parmelin einen Bundesratssitz zuzuschanzen. Die rot-grüne Regierungsmehrheit in der Waadt könnte bei den nächsten kantonalen Wahlen, die im Frühjahr 2017 stattfinden, ins Wanken geraten. Wahrscheinlich kann die Linke nur mit einem starken Maillard diese Mehrheit halten. (red.)