Bundesgericht

Rolf Erb muss bis 1. Mai aus seinem Schloss ausziehen

Der Pleitier Rolf Erb und seine Familie müssen das Schloss Eugensberg in Salenstein TG spätestens bis am 1. Mai verlassen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde von Erbs Lebenspartnerin abgewiesen.

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Rolf Erb muss mit seiner Familie aus Schloss Eugensberg in Salenstein ausziehen - und zwar spätestens bis am 1. Mai. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen den vom Konkursamt verfügten Auszug abgewiesen. (Archivbild)

Rolf Erb muss mit seiner Familie aus Schloss Eugensberg in Salenstein ausziehen - und zwar spätestens bis am 1. Mai. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde gegen den vom Konkursamt verfügten Auszug abgewiesen. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Es bestätigt damit in seinem Urteilsdispositiv den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau. Das begründete Urteil liegt noch nicht vor.

Das Konkursamt hatte ursprünglich verfügt, dass Erb und seine Familie das Schloss bis Ende Januar verlassen müssen. Eugensberg und weitere Vermögenswerte sind nach dem Zusammenbruch der Erb-Gruppe im Jahr 2002 der Konkursmasse zugeschlagen worden.

Erb hatte das Schloss, das Inventar, Aktien, 13 Autos und Geld kurz vorher seiner Familie verschenkt. Im November 2015 bestätigte das Bundesgericht jedoch, dass die Werte zur Konkursmasse gehören.

Rolf Erb muss Schloss Eugensberg verlassen
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Die Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung sei bundesrechtskonform, befand das Bundesericht im September 2015.
Schloss Eugensberg in Salenstein TG am Bodensee: Kurz vor dem Konzern-Kollaps überschrieb er eine Reihe von Vermögenswerten an seine Zwillinge und seine Lebenspartnerin.
Der Eingang zum Schloss: Hier lebte Erb während des ganzen Strafverfahrens mit seiner Partnerin und den Kindern.
Bis zuletzt streitete Erb alle Vorwürfe ab und schob die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zu.
Das Vermögen von Erb ist seit Jahren eingefroren. Dazu zählten Schloss Eugensberg, dessen Inventar, eine Oldtimersammlung, weitere Immobilien und Aktien, darunter diejenigen der Schlosshof Immobilien AG. Ihr gehören das Zentrum Töss in Winterthur und mehr als 100 Wohnungen in Seuzach. Im Oktober 2015 verfügte das Bundesgericht letztinstanzlich, dass diese Aktiven im Wert von Dutzenden von Millionen Franken den Gläubigern auszuhändigen seien.

Rolf Erb muss Schloss Eugensberg verlassen

Keystone

Rolf Erb wurde im Januar 2014 vom Obergericht des Kantons Zürich wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Das Bundesgericht bestätigte später dieses Urteil.

Erb war der letzte Konzernchef der Winterthurer Erb-Gruppe, die 2003 Konkurs ging. Der Fall gilt als zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Geschichte. Der Schaden soll sich auf mehrere Milliarden belaufen. Der letzte Konzernchef stritt stets alle Vorwürfe ab und schob die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zu. Dieser habe die Fäden in der Hand gehabt.

(Urteil 5A_988/2016 vom 09.02.2017)