Ritter: «Wir sehen die Chancen»

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Bauernpräsident «Davon kann keine Rede sein», sagt Markus Ritter, Bauernverbandspräsident und Nationalrat (CVP/SG), auf die Frage, ob Politik und Bauern heute nicht die Möglichkeiten und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Landwirtschaft zu wenig beachteten. Sowohl sein Verband als auch der Bund seien sehr wohl aktiv in dieser Beziehung: «Es ist viel eher ein pionierhafter Prozess, den Bund und Landwirtschaft angestossen haben. Wir wollen zusammen etwas erreichen.»

Während sich der Bund vor allem mit den rechtlichen Rahmenbedingungen – etwa der Datenerfassung und der Datensicherheit – befasse, sei sein Verband mit entsprechenden Unternehmen in Kontakt und eruiere, welche Möglichkeiten die Digitalisierung künftig biete und wie sie sinnvoll anzuwenden sei.

Arbeitserleichterungen und schonendere Produktion

Man sehe auch die Chancen der Digitalisierung sehr wohl, so Ritter. Er nennt Arbeitserleichterungen durch den Einsatz «kluger» Roboter und schonendere Produktionsformen wie etwa das effiziente Bewässern, den punktgenauen und dadurch sparsameren Einsatz von Dünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Ritter ist aber überzeugt, dass nicht alle Betriebe gleichermassen von den neuen Möglichkeiten werden profitieren können. Es komme neben der Betriebsgrösse auch darauf an, was ein Betrieb produziere und wie sich eine bestimmte Produktion schliesslich für die Digitalisierung eigne.

Ein Fragezeichen macht Ritter bei den Kosten. Wohl sieht er, dass durch die Digitalisierung der Einsatz von (teuren) Arbeitskräften in einem gewissen Masse gesenkt werden könnte, die Digitalisierung aber gebe es auch nicht gratis; es sei deshalb genau hinzuschauen, ob dem einzelnen Landwirt nach Anschaffung und Einsatz solcher digitaler Helfer am Ende dann auch wirklich mehr bleibe unter dem Strich. (cla.)