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Rekruten lassen sich nicht kaufen

Um den Kadermangel zu bekämpfen, lockt die Armee seit kurzem mit Geld. Mehrere Tausend Franken können sich angehende Offiziere an eine Ausbildung zahlen lassen. Doch das Angebot stösst auf wenig Interesse.
Maja Briner
Wer im Militär weiter macht, kann Ausbildungsgutschriften beantragen. (Bild: Andrea Stalder)

Wer im Militär weiter macht, kann Ausbildungsgutschriften beantragen. (Bild: Andrea Stalder)

Seit Jahren mangelt es der Armee an Offizieren. Der Bundesrat versucht deshalb, die militärische Laufbahn attraktiver zu machen. Seit Anfang Jahr setzt er dabei auch auf finanzielle Anreize: Wer sich zum höheren Unteroffizier oder Offizier ausbilden lässt, kann sich von der Armee Geld an eine zivile Aus- oder Weiterbildung wie ein Studium oder einen Sprachkurs zahlen lassen. Je nach militärischem Grad sind über 10000 Franken vorgesehen.

Dennoch ist das Interesse äusserst gering. Seit rund einem Jahr können Gesuche eingereicht werden, eingegangen sind bislang jedoch nur zwölf, wie die Armee auf Anfrage bekannt gibt. Fünf davon seien gutgeheissen worden, sagt Armeesprecher Stefan Hofer. Die anderen sieben Gesuche wurden abgelehnt – zum Teil, weil sie unvollständig waren. Zudem kam es vor, dass die Antragssteller die Kaderausbildung bereits vor dem 1. Juli 2017 angefangen hatten und deshalb kein Anrecht auf die Gutschrift haben.

Armee will Angebot ausdehnen

Trotz der bislang spärlichen Zahl der Gesuche: Laut Armeesprecher Hofer stösst die Ausbildungsgutschrift für Offiziere und höhere Unteroffiziere durchaus auf Interesse. Inzwischen würden die angehenden Kaderangehörigen das Angebot kennen und wüssten, wo sie sich informieren müssten, erklärt er. Die Armee denkt bereits darüber nach, das Angebot auszudehnen. Geprüft wird, ob künftig auch Unteroffiziere eine solche Ausbildungsgutschrift beantragen dürfen.

Auch eine zweite Massnahme, welche die militärische Laufbahn attraktiver machen soll, will die Armee ausbauen: Offiziere und höhere Unteroffiziere sollen sich ihre militärische Führungsausbildung an weiteren Hochschulen ans Studium anrechnen lassen können – sie müssen also dank Militär weniger Kurse belegen. Mit mehreren Hochschulen hat die Armee dazu bereits Vereinbarungen getroffen, so etwa mit der Universität Zürich, der Universität St. Gallen und der Hochschule Luzern. Dieses Jahr sollen weitere hinzukommen, vor allem in der Westschweiz.

Reform krempelt Armee um

Die Armee zieht bisher ein positives Fazit zu den beiden Massnahmen. Diese förderten die Kadergewinnung, erklärt Armee-Sprecher Hofer. Wie es um den Offiziersmangel steht, ist aktuell jedoch unklar. Die letzten verfügbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2016: Damals fehlten gemäss Armeeauszählung über 1400 Kader der Grade Hauptmann, Major, Oberstleutnant und Oberst – dies bei einem Sollbestand von knapp 9000. Momentan befindet sich die Armee indes in einem Transformationsprozess: Mit der WEA-Reform wird sie umgekrempelt und verkleinert. «Die Armee von 2016 mit den damals fehlenden Kadern lässt sich in keiner Weise mit der heutigen Armee vergleichen», sagt Hofer. Neue Zahlen werden mit der Armeeauszählung im Frühjahr 2019 erwartet.

Zumindest für dieses Jahr sieht es indes gut aus: Die Kadergewinnung habe in der ersten Rekrutenschule 2018 ein positives Ergebnis gebracht, heisst es bei der Armee. Die Vorgaben seien ausser bei den Fourieren und den Küchenchefs erfüllt worden.

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