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Rekordaufmarsch bei der Bundesfeier auf dem Rütli

Mit einen Rekordaufmarsch ist am Donnerstagmittag auf dem Rütli der 1. August gefeiert worden. Am Fest wurde die Milizarbeit als zentraler Bestandteil der Schweizer Gesellschaft gewürdigt.
Bei prächtigem Wetter haben sich mehrere hundert Personen auf der Rütliwiese für die Bundesfeier eingefunden. (Bild: Keystone / Reto Legena, Rütli, 1. August 2019)

Bei prächtigem Wetter haben sich mehrere hundert Personen auf der Rütliwiese für die Bundesfeier eingefunden. (Bild: Keystone / Reto Legena, Rütli, 1. August 2019)

2200 Personen hatten sich für den Besuch des Rütlis angemeldet. Dies seien so viele wie noch nie, sagte Jean-Daniel Gerber, scheidender Präsident der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), die die Feier organisiert. Die Anmeldeliste habe deswegen vor zwei Wochen geschlossen werden müssen.

Seit 2011 lädt die SGG jeweils Institutionen als Gast auf das Rütli ein. Dieses Jahr waren es der Schweizerische Gemeindeverband und der Schweizerische Feuerwehrverband. Mit der Einladung sollte ein Zeichen für den Wert der freiwilligen Arbeit zu Gunsten der Gesellschaft gesetzt werden.

Unbürokratisch und volksnah

Der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann, Präsident des Gemeindeverbandes, sagte, die Milizarbeit erledige viele Arbeiten, die sonst unerledigt bleiben würden. Werde die Freiwilligenarbeit professionalisiert, stiegen die Kosten und die Akzeptanz in der Bevölkerung sinke.

Der Waadtländer FDP-Nationalrat Laurent Wehrli sagte als Präsident des Feuerwehrverbandes, die Milizarbeit ermögliche jedem, seine Fähigkeiten zum Wohle aller einzusetzen. Er verhehlte aber nicht, dass Freiwilligenarbeit auch Opfer verlange, nicht zuletzt von den Familien.

So wird es zunehmend schwierig, genügend Menschen für die Freiwilligenarbeit, etwa für Gremien in den Gemeinden, zu gewinnen. Der Gemeindeverband setzt deswegen auf „Miliz-Influencer“, um Junge für die Ämter zu gewinnen.

In Landregionen unverzichtbar

Carmelia Maissen, Gemeindepräsidentin von Ilanz, sagte, für ländliche Regionen sei die Milizarbeit ein wichtiges Fundament, denn es gebe dort weniger professionalisierte Strukturen als in der Stadt.

Festrednerin Heidi Z’graggen ging in ihrer persönlich gehaltenen Rede ebenfalls auf den Wert der Milizarbeit ein. Die Urner CVP-Regierungsrätin erinnerte sich daran, wie ihr Vater als Feuerwehrmann in Silenen jeweils nachts bei Feuersbrünsten und Unwettern ausrückte - dorthin, wo eigentlich niemand hin wolle.

Z’graggen bezeichnete das Milizsystem als «Goldstandard der Schweizerischen Beteiligungsdemokratie». Leider fehle oft die Wertschätzung für die wichtige und anspruchsvolle Arbeit der Milizpolitikerinnen und -politiker.

«Seele der Schweiz»

Z’graggen ging in ihrer Festansprache auch auf die Bedeutung des Rütlis ein, das auf Urner Boden liegt. «Schlägt in Zürich, in Genf oder in Zug das wirtschaftliche Herz der Schweiz, so liegt auf dem Rütli gleichsam die Seele der Schweiz», sagte sie.

Wenn sie auf dem Rütli sei, überkomme sie immer eine feierliche Stimmung. Auch wenn die Heldengeschichte von Tell heute ins Land der Mythen verwiesen sei, so bedürfe die Gesellschaft gemeinsamer Erzählungen, gerade auch in der heutigen nüchternen Zeit, sagte Z’graggen.

Umrahmt wurde die Bundesfeier von verschiedenen Darbietungen. Wie jedes Jahr, spielte die Musikgesellschaft Brunnen, es gab Alphornklänge von Lisa Stoll und Fahnenschwingen.

Ferner wurden Szenen aus einem neuen Tell-Stück von Florian Rexer mit dem Titel «Wilhelm Tell – frech & schnell» vorgestellt. Wie in den letzten Jahren üblich, wurde die Landeshymne zwei Mal gesungen, einmal als Schweizerpsalm und einmal mit neuem Text.

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