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Regionale Rücksicht
für Raubtiere

Kommentar zur Lockerung der Wolfsjagd durch den Ständerat.
Fabian Fellmann
Fabian Fellmann, Leiter Inland

Fabian Fellmann, Leiter Inland

40 Wölfe zählt die Schweiz, einige Bären und etwa 200 Luchse. Diese Tiere haben im Bundeshaus schon mehr zu reden gegeben als die über 70000 Rehe, Hirsche, Gämsen und Wildschweine, die pro Jahr in der Schweiz erlegt werden. Gestern hat der Ständerat mehr als vier Stunden lang über die Raubtiere gestritten – und noch ist er nicht fertig mit der Beratung des Jagdgesetzes.

Die hitzigsten Debatten löst stets dieselbe Frage aus: Unter welchen Umständen dürfen geschützte Grossraubtiere zum Abschuss freigegeben werden? Der Ständerat hat gestern entschieden, den Schutz aufzuweichen. In Zukunft sollen nicht mehr Bundesstellen, sondern die Kantone über den Abschuss entscheiden. Nebst den Wölfen gilt das auch für Luchse und Biber. Anlass dafür sind Klagen aus den betroffenen Kantonen.

Die Umweltorganisationen kritisieren die Vorlage nun als «Abschussgesetz». Sie haben insofern gute Argumente, als das Zusammenleben mit wilden Tieren möglich und zumutbar ist. Das machen der Schweiz die meisten anderen Länder vor. Auch hierzulande haben Schutzmassnahmen die Wolfsschäden innert weniger Jahre halbiert. Doch ist es eines der Erfolgsrezepte der Schweiz, dass sie auf regionale Begebenheiten und Empfindlichkeiten grosse Rücksicht nimmt, dem Föderalismus sei Dank. Auch wenn es Tierfreunden schwer fällt: Jenen Kantonen, in denen die Wölfe, Luchse und Biber leben, darf die Entscheidung über einen Abschuss zugemutet werden. Die Kantone können und dürfen damit aber nicht verhindern, dass die wilden Tiere wieder heimisch werden. Alle Schweizer müssen mit ihnen leben lernen.

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