Rechsteiner versus HSG-Professor

Der St. Galler Ständerat Paul Rechsteiner kritisiert Christian Laesser massiv. Der HSG-Professor verkaufe die Bevölkerung mit seinen Aussagen zum GA für dumm.

Tobias Gafafer
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Professor Christian Laesser. (Bild: pd)

Professor Christian Laesser. (Bild: pd)

BERN. Als Ständerat gibt sich Paul Rechsteiner im Ton zurückhaltend. Doch nun greift der SP-Politiker wieder einmal zum Zweihänder: Unter dem Titel «von HSG-Professor für dumm verkauft» kritisiert Rechsteiner in seinem Blog Christian Laesser, Professor am Forschungszentrum für Tourismus und Verkehr in St. Gallen. Dieser hatte im «Tages-Anzeiger» unlängst gesagt, dass ein GA in der ersten Klasse künftig gegen 10 000 Franken pro Jahr kosten könnte. Laesser hatte damit offenkundig Pendler über weite Strecken in der 1. Klasse im Auge, die ihre Kosten nicht decken. Die Zeitung spitzte seine Aussage zu, was zu vielen Kommentaren von verunsicherten Lesern führte.

Forschung von den SBB bezahlt

«Neuerdings überbieten sich nicht nur die Wirtschaftsverbände mit immer neuen Forderungen nach einem teureren öffentlichen Verkehr. Auch von der so genannten Wissenschaft kommen bloss noch Provokationen», schreibt Rechsteiner. Laesser habe zwar nur einen Preis für ein GA 1. Klasse genannt. Trotzdem sei ihm die Provokation gelungen – und dafür sei er erst noch breit medial «abgefeiert worden». Heikel ist für Rechsteiner primär, dass Laessers Forschung im SBB-Lab der Uni St. Gallen von den SBB finanziert wird – und damit letztlich auch von den Bahnkunden. «Wir alle dürfen auch noch dafür zahlen, dass wir vom SBB-Lab für dumm verkauft werden.» Dieses solle Zukunftsideen für den Verkehr entwickeln, verbreite aber nichts anderes als «den ideologischen Einheitsbrei der Liberalisierung».

Bahnfahren soll kein Luxus sein

Laesser wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äussern. Rechsteiners Aussagen sind auch vor dem Hintergrund der künftigen Finanzierung und des Ausbau von Schienen und Tunnels zu sehen, über die nun der Nationalrat berät. Über die Tarife entscheidet jedoch nicht Laesser, sondern die Bahnunternehmen. Dabei ist für Rechsteiner klar: «Bahnfahren darf für die breite Bevölkerung nicht zum Luxus werden.»

Ständerat Paul Rechsteiner. (Bild: Urs Bucher)

Ständerat Paul Rechsteiner. (Bild: Urs Bucher)

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