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Kolumne

Prof. Dr. Kandidat

Eine Anekdote zu den Wahlen in Österreich
Sven Altermatt
Sven Altermatt.

Sven Altermatt.

Vielleicht ist es diese eine Anekdote zu den österreichischen Wahlen, die besonders gut illustriert, warum unser östliches Nachbarland in vielerlei Hinsicht ganz anders tickt. Ein sozialdemokratischer Parlamentskandidat führte auf der Wahlliste so viele Titel auf, dass sein Name gar nicht mehr zu lesen war. «Mag. Dr. BA, MA, MBA, MIM …» stand dort. Weitere, mitunter eigentlich nachgestellte Titel fielen der Spaltenbegrenzung zum Opfer. Der Auszug eines entsprechenden Stimmenprotokolls, eifrig verbreitet in den sozialen Medien, sorgte zumindest hierzulande für Heiterkeit. Auch ein Jahrhundert nach dem Ende der Donaumonarchie legen die Österreicher grössten Wert auf ihre Titel. «Frau Doktor» oder «Herr Magister» sind fester Teil eines Namens, und wer Diplompädagoge oder Diplomingenieurin ist, führt dies in offiziellen Dokumenten auch so an. Das Standardwerk «Titel in Österreich» behandelt 900 akademische, amtliche und berufliche Titel.

Und in der Schweiz? Hiesige Politiker sind zurückhaltender im Umgang mit akademischen Graden, wie sich derzeit mal wieder zeigt. Auf Wahlzetteln werden Titel – wenn überhaupt – nach dem Namen aufgeführt, auf Plakaten stehen sie kaum je. In der republikanischen Tradition wirkt eine Ansprache mit Doktortitel schnell gestelzt. Wie erklärte Dr. rer. pol. Oswald Sigg, SP-Mann und Ex-Bundesratssprecher, einst im «Blick»: «Ich sage nur zu meiner Zahnärztin Frau Doktor, in der Hoffnung, sie bohre weniger.»

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