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PRÄSIDIUM: Raiffeisen zu Leuthard-Spekulationen: "Das sind Gerüchte"

Doris Aebi berät die Genossenschaftsbank bei der Neubesetzung des Verwaltungsrats. Sie kennt das Departement von Doris Leuthard bestens.
Beat Schmid
Doris Leuthard könnte nach ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat das Raiffeisen-Präsidium übernehmen. (Bild: SALVATORE DI NOLFI (KEYSTONE))

Doris Leuthard könnte nach ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat das Raiffeisen-Präsidium übernehmen. (Bild: SALVATORE DI NOLFI (KEYSTONE))

Die Gespräche zwischen Bundesrätin Doris Leuthard und den Spitzen der Raiffeisen sind das heisse Thema im Ostschweizer Bankkonzern. Gestern Nachmittag nahm Raiffeisen Stellung zu den Medienberichten. In einem Communiqué bestätigt die Zentrale der Genossenschaftsbanken, dass der Verwaltungsrat einen «breit angelegten Erneuerungsprozess» in die Wege geleitet hat. «Bis 2020 werden neun der zwölf Verwaltungsratsmitglieder (…) zu­rücktreten», heisst es weiter. Der Grund für die Rücktritte seien das Erreichen statutarischer Amtszeit- oder Altersbeschränkungen. Zu dieser Gruppe gehöre auch der aktuelle Präsident Johannes Rüegg-Stürm. Ob der Konzern mit Doris Leuthard als dessen Nachfolgerin im Gespräch stehe, darauf ging Raiffeisen nicht ein. Die Bank bezeichnete die «Spekulationen» um das Präsidium als «Gerüchte».

Bei der Suche nach neuen Mitgliedern arbeitet der Verwaltungsrat gemäss übereinstimmenden Quellen mit der Zürcher Headhunterin Doris Aebi zusammen. Sie ist eine der bekanntesten Vertreterinnen ihres Fachs. Die frühere Solothurner SP-Kantonsrätin und Regierungsrats­kandidatin soll auch den Kontakt zu Leuthard hergestellt haben. Aebi kennt die Welt der Genossenschaften. Sie ist als externes Verwaltungsmitglied seit 2003 in der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes aktiv. Aebi liess Anfragen unbeantwortet.

Aebi kennt die Berner Politszene gut. Legendär ist ein Such-Mandat, das sie vor über zehn Jahren von Leuthards Vorgänger im Uvek erhalten hat, dem damaligen Bundesrat Moritz Leuenberger. Als dieser einen neuen Post-Präsidenten suchte, setzte er auf das Netzwerk der Headhunterin. Diese zauberte dabei Claude Béglé aus dem Hut, einen Mann, der zwar einen beeindruckenden Lebenslauf vorweisen konnte, der aber bei früheren Arbeitgebern nicht unumstritten war, wie sich später herausstellen sollte.

Erst Vize-, dann Präsidentin

Gemäss Insidern könnte Doris Leuthard bereits Ende März ihren Rücktritt bekanntgeben. Würde die Bundesrätin danach tatsächlich zu Raiffeisen wechseln, dürfte sie zunächst als Vizepräsidentin in den Verwaltungsrat einziehen und später, wenn sich der Staub gelegt hat, zur ­Präsidentin aufsteigen. Für ehemalige Bundesräte gibt es formell keine Regeln, ab wann sie nach ihrem Rücktritt eine neue Funktion annehmen dürfen. Vor­stösse, eine sogenannte Cooling-off-Periode festzulegen, sind im Parlament gescheitert.

Leuthards möglicher Wechsel vom Uvek zu Raiffeisen dürfte gleichwohl zu Diskussionen führen. In ihrer aktuellen Funktion ist sie verantwortlich für die Post und damit auch für Postfinance. Der Finanzarm ist in vielen Be­reichen direkter Konkurrent von Raiffeisen. Gemäss aktuellem Postorganisationsgesetz darf Postfinance keine Hypotheken und andere Kredite direkt vergeben, würde das aber gerne tun.

Leuthard winkt ab

In einem Communiqué, das am Dienstagnachmittag, 20. Februar, verschickt wurde, weist Bundesrätin Doris Leuthard die "Behauptungen", die im obigen Artikel aufgestellt werden, zurück. "Tatsache ist darüber hinaus: Weder kennt Bundesrätin Leuthard Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm persönlich, noch wurde sie durch den Verwaltungsrat der Raiffeisen-Bank in dieser Angelegenheit kontaktiert, noch wurde sie von Headhunterin Doris Aebi angefragt, noch stellt sich für Bundesrätin Leuthard grundsätzlich die Frage nach Verwaltungsratsmandaten", heisst es in der Mitteilung. Im Communiqué wird betont, Bundesrätin Leuthard sei von der Vereinigten Bundesversammlung für die Legislatur 2015 bis 2019 als Mitglied der Landesregierung gewählt worden. "Sie bearbeitet die aktuellen Dossiers ihres Departementes und die Geschäfte im Bundesrat engagiert und motiviert weiter. Bundesrätin Leuthard sucht daher keine Mandate für die Zeit nach dem Ausscheiden aus der Landesregierung." (red.)

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