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Video

Polizisten als Leserreporter? «Es war ein Gruppenchat» – so kam es zum viralen E-Rolli-Video

Das Leservideo einer E-Rollstuhlfahrerin, die sich auf die A2 bei Basel verirrt hatte, ging in der ganzen Schweiz viral. Nur: Es stammte aus einem Polizeiauto, aufgenommen von einer Polizistin. Die Polizei hat den Vorfall nun untersucht.
Andreas Schwald

Der Fall war spektakulär und auch ein bisschen traurig. Eine ältere Rollstuhlfahrerin geriet am Mittwoch mit ihrem Elektrogefährt auf die A2 vor Basel. Ein Lieferwagen bremste zu ihrem Schutz den Verkehr aus, bis sie die Polizei von der Autobahn heruntereskortieren konnte.

Dazu kursierten zwei Videos in den Medien. Eines aus einem Privatfahrzeug – das andere aber klar erkennbar vom Beifahrersitz eines Basler Polizei-Mercedes gefilmt. Vor allem das Video aus dem Polizei-Auto machte seine Runde durch die gesamte Schweiz.

Leck im internen Gruppenchat

Und tatsächlich: Gefilmt wurde es von einer Polizistin, wie die Basler Kantonspolizei auf Anfrage bestätigt. Polizeimitarbeiter als Leserreporter? «Unsere Polizistinnen und Polizisten betätigen sich nicht als «Leserreporter» – und die Polizeileitung würde dies auch nicht goutieren», sagt der Basler Polizeisprecher Martin Schütz.

Das Video sei aber tatsächlich von einer Mitarbeiterin der Kantonspolizei mit ihrem privaten Handy aufgenommen worden und als Erinnerung für sich und ihre Teamkollegen an einen «nicht alltäglichen aussergewöhnlichen Einsatz in einen internen Gruppenchat eingestellt», so Schütz.

Der Fall wird Schule machen

«Von dort ist es auf einem für uns nicht mehr nachvollziehbaren Weg an weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt worden, und sodann hat sich das Video viral verbreitet», sagt Schütz weiter. Die Mitarbeiterin bedauere dies sehr, da eine solche Verbreitung nie in ihrer Absicht gestanden habe. «Die Vorgesetzten der Polizistin bereiten den Vorfall mit ihr nach. Ob es dabei zu einer allfälligen personalrechtlichen Massnahme kommt, ist offen.»

Der Fall hat aber auch ganz praktikable Folgen für die Basler Polizistinnen und Polizisten – und er macht Schule, allerdings nicht im Sinne der weiteren Anwendung. Laut Schütz werde das Video und seine Verbreitung als Schulungsbeispiel zur Sensibilisierung der Mitarbeiter vor digitalen Risiken aufbereitet.

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