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Pfister schliesst die CVP-Reihen

Gerhard Pfister politisiert am rechten Rand der CVP. Doch nun erhält der Parteichef selbst vom linken Flügel Lob. Der Zuger soll bei der serbelnden Partei das Ruder herumreissen wie Philipp Müller bei der FDP.
Tobias Gafafer

BERN. In Innerrhoden ist die CVP-Welt noch in Ordnung. Die Partei, die unter schmerzlichen Verlusten leidet, dominiert im Kleinkanton bis heute. Morgen trifft sie sich in Appenzell zum Sommerparteitag. Es ist der erste Anlass unter der Leitung ihres neuen Präsidenten Gerhard Pfister, einem Vertreter des konservativen Flügels – in einem konservativ geprägten Kanton. Doch die Stimmung in der CVP ist so harmonisch wie schon lange nicht mehr. Selbst Vertreter des linken Parteiflügels sind mit Pfister zufrieden. «Er versucht, integrierend zu wirken und die Reihen zu schliessen», sagt Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (SO), der im Parteipräsidium sitzt. Pfister habe das Steuerrad nicht in Richtung einer «konservativen Revolution» gedreht. Vizepräsident Yannick Buttet (VS), der Pfister auf die Finger schauen wollte, sagt ebenso, dieser mache bisher eine gute Arbeit. Nationalrat Daniel Fässler, Innerrhoder Landammann und Chef des informellen KMU-Clubs, hofft zwar, dass der bürgerlich-konservative Kurs spürbarer wird. Pfisters Aufgabe sei es aber, alle Flügel einzubinden.

Das C als Klammer der Partei

Pfister selbst schlagt versöhnliche Töne an. «Zur CVP gehört ein christlich-sozialer Flügel, der genauso wichtig wie der konservative ist.» In Appenzell will er die Basis ins Projekt CVP 2025, das die Partei für die Zukunft fit machen soll, einbinden. Thematisch hat der Parteichef erste Pflöcke eingeschlagen: So brachte er einen Religionsartikel als Gegenvorschlag zur Burka-Initiative ins Spiel. Auf Anfrage lässt er nun offen, ob es diesen tatsächlich braucht. Ihm gehe es um das Verhältnis zwischen Fundamentalismus und dem Rechtsstaat. «Dies ist eine Kernkompetenz der CVP.»

Solche Töne kommen bei Buttet, der gesellschaftspolitisch ebenfalls konservativ eingestellt ist, und Müller-Altermatt gut an. «Dass Pfister das C als Klammer nimmt, ist berechtigt», sagt der Solothurner. Auch der christlich-soziale Flügel finde sich darin. Dies sei zwar kein Erfolgsrezept, um die Städte zu erobern. «Es bringt aber nichts, seine Wurzeln zu verleugnen.» Gleichzeitig will Pfister auf neue Themen wie die Digitalisierung setzen.

Vor allem aber sind die Hoffnungen gross, dass der Zuger die Talfahrt der CVP stoppen kann. «Wir dürfen die Verluste nicht als gottgegeben hinnehmen», sagt Daniel Fässler. Auch wenn die Partei ihre historische Aufgabe, die Integration der Katholiken in den Bundesstaat, erfüllt habe. Für Fässler ist klar, wo das Problem liegt. «Wir müssen bei wichtigen Themen unsere Positionen früher öffentlich machen und nicht warten, bis die Maximalforderungen von links und rechts vorliegen.» Die CVP verkaufe sich zu schlecht.

Fast täglich an der Basis

Parallelen zur FDP liegen auf der Hand. Diese kehrte unter ihrem früheren Präsidenten, dem hemdsärmeligen Philipp Müller, auf die Erfolgsspur zurück. Der zupackende Aargauer mobilisierte die Basis. Fässler traut Pfister zu, dass er ebenfalls das Ruder herumreisst. Fast täglich ist dieser bei einer Kantonalsektion oder Ortspartei. «Der Erfolg stellt sich nur mit einer motivierten Basis ein», sagt Pfister. Schon seit Beginn der neuen Legislatur tritt die CVP-Fraktion in Bern geschlossener auf.

Pfister hat in Appenzell, wo die CVP die Parolen zu den Abstimmungen vom 25. September fasst, einen einfachen Start. Die drei Vorlagen sind kaum bestritten, wenngleich sich die Genfer Sektion für die Initiative «Grüne Wirtschaft» aussprach. Doch die Schonfrist läuft bald ab, die Bewährungsprobe folgt erst. Etwa beim Finanzausgleich, wo die Differenzen zwischen Pfisters Heimat und den Randregionen, den Stammlanden der Partei, gross bleiben. Als Wahlkampfleiter hatte der Zuger diese 2011 in einer fulminanten Kolumne als «Randregionen-Nostalgiker» und «Höhenzuschlags- und Steilgeländefetischisten» abgekanzelt. Pfister müsse auch hier die Linie der Partei verfolgen, fordert der Walliser Buttet.

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