Petition für neue Landeshymne

Bald küren TV-Zuschauer eine neue Landeshymne, die den Schweizerpsalm ersetzen soll. Das letzte Wort wird aber die Politik haben. Der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber gibt bereits die Richtung vor.

Kari Kälin
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Der Schweizerpsalm soll weg. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Der Schweizerpsalm soll weg. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

LUZERN. Am kommenden Samstag schlägt wieder einmal ihre grosse Stunde. Landauf, landab wird am 1. August die Landeshymne intoniert. Etwas mehr als einen Monat später bläst dann die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), unterstützt vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), zum finalen Angriff auf den Schweizerpsalm.

Am 12. September wird in der Sendung «Potzmusig» die Siegerhymne aus drei verbliebenen Vorschlägen des SGG-Künstlerwettbewerbs erkoren. Danach soll sie populär werden und den zuständigen Bundesbehörden als neue Nationalhymne vorgeschlagen werden.

Altmodisch und sperrig

In den Augen der SGG ist der «Trittst im Morgenrot daher»-Text altmodisch, sperrig und unverständlich. Keine Bauchschmerzen bereitet die aktuelle Version hingegen zahlreichen bürgerlichen Politikern. Pünktlich zum Nationalfeiertag unternimmt nun Konrad Graber einen weiteren Anlauf, die SGG-Idee einer neuen Hymne frühzeitig abzuwürgen.

Auf jedem Fall im Parlament

Mit einem Vorstoss, den er in der Herbstsession einreichen wird, will der Luzerner CVP-Ständerat erreichen, dass die neue Hymne nicht direkt einem Bundesamt oder dem Bundesrat anvertraut wird. Stattdessen soll sie die SGG in Form einer Petition einreichen. Das würde bedeuten, dass sich als erstes vermutlich die Kulturkommission des National- und Ständerats mit der Hymnenfrage zu befassen hätte. Graber verhehlt nicht, dass er sich freuen würde, wenn die Hymne bereits in diesem politischen Embryonalstadium versenkt würde. Der Bundesrat hat seinerseits schon angekündigt, dass er nicht eigenmächtig eine neue Landeshymne beschliessen und sie auf jeden Fall dem Parlament unterbreiten würde.

«Das ist eine gute Idee»

Was hält der SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger von Grabers Vorschlag, die SGG solle die neue Hymne in Form einer Petition einbringen? «Das ist eine gute Idee», sagt er. Die SGG habe sich noch nicht definitiv festgelegt, in welcher Form sie den Siegerbeitrag in den politischen Prozess einspeisen wolle.

Niederberger ist zuversichtlich, dass die Petition die erste Hürde überspringen würde und in Form eines parlamentarischen Vorstosses weiterverfolgt wird. «Wenn nicht eine gewisse Aussicht auf Erfolg bestünde, hätten wir das Projekt gar nicht aufgegleist», sagt er.

Forderung nach Volksinitiative

Auch gegen eine allfällige Volksabstimmung, wie sie zum Beispiel der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller fordert, hätte er nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Niederberger rechnet sich durchaus gute Chancen aus, denn: «Viele Schweizer finden, man könne sich mit dem bestehenden Text nicht identifizieren.»